Ein Besuch im Fukuoka Disaster Prevention Center

| 25. September 2015 | 0 Kommentare

Heute morgen begab ich mich mit einer Freundin zum Fukuoka Disaster Prevention Center in Momochi, gleich in der Nähe des Fukuoka Towers und des Fukuoka Museums. Wir hatten eine fantastische Zeit, die dazu auch noch sehr lehrreich war. In diesem Blogpost erfahrt ihr was ihr im Disaster Prevention Center in Fukuoka tun könnt und wie es mir dort gefallen hat.

Fukuoka Disaster Prevention Center

Was ist ein “Disaster Prevention Center”?

Da Japan aufgrund seiner Lage von Taifunen, Tsunamis und Erdbeben erschüttert werden kann, gibt es in Japan spezielle Zentren, in denen das richtige Verhalten bei solchen Katastrophen geübt wird. Hier geht es also um das Thema Sicherheit, denn den Japanern ist es wichtig, dass jeder den richtigen Umgang mit Naturkatastrophen kennt. Solche Zentren gibt es in vielen großen Städten in Japan und in der Regel ist der Besuch und die Nutzung der Übungsräume kostenlos.

Das Disaster Prevention Center in Fukuoka bietet Übungen in verschiedenen Bereichen, wie Feuer, Erdbeben und Überflutung an.

Was kann man im Fukuoka Disaster Prevention Center üben?

Im Fukuoka ‚Zentrum für Sicherheit während Katastrophen‘ durchläuft man als Besucher verschiedene Stationen. An jeder einzelnen Stadtion geht es um eine andere Gefahrensituation, die man erleben und während der man ein richtiges Verhalten üben soll.

Feuer (Notausgang)

Die erste Station, die wir betraten war Feuer. Hier ging es darum den Notausgangsschildern durch insgesamt 16 Räume zu folgen. Das Feuer wird in dem mutmaßlichen “Gebäude”, in dem man sich während der Simulation befindet durch rotes Licht in der Dunkeltheit und Rauch dargestellt. Der Rauch während dieser Übung ist zwar ungefährlich, erschwert aber deutlich die Sicht in den zumeist abgedunkelten Räumen. Zudem befinden sich in jedem Raum mehrere Türen, von denen nur eine nicht verschlossen ist. Unter diesen Bedingungen geht es dann darum schnellstmöglich den Weg nach Draußen zu finden.

Feuer (Löschen)

In der nächsten Station ging es darum Feuer zu löschen. Nachdem uns erklärt wurde, wie ein Feuerlöscher funktioniert, erschien auf einem Bildschirm ein digitaler Raum, in dem sich ein Feuer ausbreitete. Auf Anweisung des Personals nahmen wir dann unsere Feuerlöscher, lösten das Sicherheitsventil, hielten den Löschschlauch auf den großen Bildschirm und löschten das Feuer mit dem Wasser, das aus diesen Feuerlöschern kam. Uns wurde dabei erklärt, dass sich in einem richtigen Feuerlöscher ein spezielles Löschmittel befindet, das einen noch besseren Effekt hat, als Wasser. Da immer vier Leute gleichzeitig einen Feuerlöscher ergriffen, um das Feuer zu löschen, fragte sich ein japanischer Mann aus unserer Gruppe, ob es auch allein möglich sei das Feuer auf dem Bildschirm auszuschalten. Das Personal sagte ihm er solle es probieren und somit trotzte er allein den digitalen Flammen. Diese jedoch breiteten sich schnell immer weiter aus, bis das ganze Bildschirmzimmer in Flammen stand.Fazit also: Allein schaffte er es nicht das digitale Feuer zu überwältigen.

Fukuoka Disaster Prevention Center

Starker Wind

Eine weitere Station war die Wind Station. Hier bekamen wir Schutzbrillen auf und wurden in einen Raum begleitet, in dem uns Wind entgegen geblasen wurde, der sich so anfühlen sollte, als öffnete man das Fenster eines 110 km pro Stunde fahrenden Zuges. Das klingt zuerst einmal ganz schön heftig. Allerdings nimmt die Windstärke langsam zu, sodass man sich gut auf die höchste Geschwindigkeit einstellen kann. Diese dauert dann auch nur ein Paar Sekunden und dann wird der Wind wieder schwächer.

Erdbeben

Die letzte Stadtion der geführten Tour war der Erdbeben Simulator. Hierbei handelt es sich um eine bewegliche Plattform, auf der sich ein fest im Boden verankerter Tisch, sowie vier Stühle befinden. Man ist strikt angewiesen während der Prozedur auf diesen Stühlen sitzen zu bleiben, da man sich sonst verletzten könnte. Mit einem leicht mulmigen Gefühl im Bauch setzten wir uns also auf die Stühle und klammerten uns schon einmal vorsorglich an dem Tisch fest. Die Maschine kann Erdbeben bis zur Stärke 7 simulieren, welche man wirklich mehr als deutlich spührt. Wir mussten uns definitiv ein wenig festhalten, hatten es uns allerdings schwieriger vorgestellt. Trotzdem konnten wir uns danach sehr gut vorstellen, welche Auswirkungen ein echtes Erdbeben haben könnte und welche Art von Zerstörung es anrichten würde.

Alle oben genannten Stationen waren Teil einer geführten Tour, währenddessen wir von dem Personal des Zentrums begleitet wurden und Anweisungen bekamen. Eine weitere Station jedoch konnten wir alleine erledigen.

Überflutung im Auto

In dieser Simulation ging es darum eine Autotür aufzudrücken, wenn man im Auto von einer Flut überrascht wird. Man sitzt also in einem künstlichen Auto bzw. in einer in die Wand eingelassenen Autohälfte. Hier kann man die Höhe der Wassermassen auswählen, gegen die man die Autotür aufdrücken soll. Ich began mit einer Wasserhöhe von 30cm. Auf den Bildschirmen vor und neben mir ströhmte eine braune Brühe auf mich zu. Es sah aus, als würde ich durch das Fenster meines Autos auf die Straße schauen und von einer Flut überrascht werden. Als das digitale Wasser das Auto erreicht hatte, begann ich an der Tür zu drücken – Und war sehr überrascht, wie schwierige es war sie überhaupt einen Spalt aufzumachen! Bei einer Wasserhöhe von 60 cm habe ich es gar nicht mehr geschafft.

Fukuoka Disaster Prevention Center

Wie läuft ein Besuch im Disaster Prevention Center ab?

Bei Eintritt in das Zentrum in Fukuoka befindet sich auf der rechten Seite die Rezeption. Hier meldet ihr euch am besten an und gebt Bescheid, dass ihr die Simulationstour mitmachen wollt. Ihr werdet dann zu Schließfächern gebracht, in denen ihr eure Taschen unterbringen könnt. Ihr braucht hier eine 100 Yen Münze, bekommt diese aber am Schluss zurück. Ansonsten ist der Besuch im Disaster Prevention Center kostenlos. Das Personal bringt euch dann zu der ersten Station. Falls ihr kein Japanisch sprecht, keine Sorge, es gibt eine Art Katalog auf Englisch, den ihr zu jeder Station mitnehmen könnt und der die Anweisungen auf Englisch erklärt. Für uns war dieser Katalog definitiv sehr hilfreich, da wird nicht alles verstehen konnten, was uns auf Japanisch erklärt wurde. Obwohl wir nur zu zweit waren, machten wir die Stationen zusammen mit einer Gruppe Japaner, da die Tour eine Stunde dauert und so kein Chaos entsteht. Nach der Tour kann man sich dann noch weiter in dem Zentrum umsehen und Fotos in einem echten Helikopter machen, der dort ausgestellt wird oder Feuerwehrsuniformen und -Helme anprobieren. Am Ende ist es wichtig seine Taschen nicht zu vergessen und nach ungefähr 1 ½ Stunden ist man eigentlich mit allem bereits fertig. Nun kann man sich entweder am Momochi Beach entspannen oder die Sicht vom Fukuoka Tower aus genießen, da sich beides in direkter Nähe befindet.

Warum ist ein Besuch im Disaster Prevention Center empfehlenswert?

Um das voran zu stellen: Ja, es ist absolut empfehlenswert! Zum einen macht es natürlich einfach Spaß diese Simulatoren auszuprobieren, ein wenig Nervenkitzel ist auf jeden Fall auch dabei. Vor allem finde ich es aber empfehlenswert, weil es wirklich wichtig ist zu wissen wie man einen Feuerlöscher benutzt oder wie sich ein Erdbeben anfühlt, um in Katastrophensituationen nicht überrascht zu werden. Das letzte Mal, dass mir erklärt wurde, wie so ein Feuerlöscher funktioniert war in der Grundschule. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Falle eines echten Feuers in der Lage wäre einen solchen Feuerlöscher zu bedienen. Nun weiß ich zumindest schon einmal, wie diese Dinger hier in Japan funktionieren und für mich war der heutige Tag ein Denkanstoß auch in Deutschland einen Auffrischungskurs in Sachen Gefahrensituationen und erste Hilfe (wird auch im Disaster Prevention Center angeboten) zu machen, denn es ist wichtig zu wissen, wie man in solchen Momenten reagieren sollte. Die Zeit, die wir im Disaster Prevention Center verbracht haben, hat sich auf jeden Fall gelohnt und Spaß gemacht hat es auch. Falls ihr in Japan seid und es ein solches Zentrum in eurer Nähe gibt, würde ich euch einen Besuch definitiv empfehlen.

Anfahrt und Öffnungszeiten

Wenn ihr nun selber Neugierig geworden seid und gerade in Fukuoka seid, könnt ihr auf folgende Weise zum Disaster Prevention Center gelangen:

– Mit der U-Bahn fahrt ihr bis zu Station Fujisaki und von dort aus geht ihr zu Fuß in Richtung Fukuoka Tower. Auf der Yokatopia Dori (Yokatopia Straße) biegt ihr nach einer kleinen Einkauspassage links ein. Nach ein paar Schritten müsstet ihr das Disaster Prevention Center bereits sehen können. Geöffnet ist das Zentrum jeden Tag außer Montags, am letzten Dienstags des Monats und an Feiertagen von 9.30 bis 17 Uhr.

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Kategorie: Japan Aktuell, Julies Reiseblog

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Kommentare (0)

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  1. ja sagt:

    JA, das Bousai Center ist wirklich einen Besuch wert. Man darf es sich nicht zu groß vorstellen (wie alles in Japan) und ohne fundiete Lesekenntnisse muss man auch auf vieles verzichten, wie z.B. das Absetzen eines Notrufes. Außerdem bin ich wirklich im Kreis gelaufen, bis ich es gefunden hatte. Dennoch, das Zentrum gehört zu den echten Attraktionen in Fukuoka. Ich bin deshalb extra nach Fukuoka gefahren. Wie sich danach herausstellte, eine Dummheit, denn: http://bosailabo.jp/check/museum/
    Wie auch immer, für Fukuoka Besucher ein Muss. Noch viel besser ist allerdings, genauer gesagt, die Nummer eins, ist das Stadt-Museum in der Nähe, welches nicht nur das Nationalmuseum übertrifft und das Goldsiegel ausstellt, sondern auch noch kostenlos ist.

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