Kunst in Japan

Die Kunst hat in Japan schon früh eine große Rolle gespielt. Berühmte Holzschnitte, wie “Die große Welle” von Kanagawa sind zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden. Die japanischen Künstler haben sich nicht nur in verschiedene Stilrichtungen weiter entwickelt, sie haben auch die Kunst in der westlichen Welt beeinflusst. Japanische Künstler bewegen sich seit Jahrhunderten in den verschiedensten Bereichen der Kunst. So gibt es Malereien, Keramik, Kalligraphie und weitere traditionelle Formen der Kunst in Japan. Heute gilt neben diesen traditionellen Kunstformen auch das Manga zeichnen als berühmter Teil der japanischen Kunstszene.

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Japanische Kunst – (Kurz-) Geschichte

Kunst aus Japan verbinden wir meist mit einer Schlichtheit und Harmonie, die trotzdem komplexe Begebenheiten auszudrücken weiß. Der Buddhismus, der im 7. Jahrhundert das Land erreichte, beeinflusste die Kunst ungemein. Der buddhistische Glaube und seine Auffassung von Natur und Geist, sowie der Menschen, wurden dann in Statuen, Bildern und Gedichten festgehalten. In dieser Zeit und bis nach dem 9. Jahrhundert wurde auch die Architektur der Tempel durch chinesische Einflüsse auf neue Fährten gebracht. So entstanden zum Beispiel die zahlreichen Pagoden, die man heute in vielen Tempelanlagen bestaunen kann. In der Zeit bis zum 19. Jahrhundert war die Kunst den Einflüssen der jeweiligen Machthaber ausgesetzt. So wurden Skulpturen und Gemälde meist von Männern im Rahmen des Hofes erstellt. In dieser Zeit entstanden verschiedene Kunstformen, wie Schriftrollen mit Gemälden, die Bemalung der Papiertüren in Tempeln, dessen Motive oft aus der Natur stammten. Ein weiteres wichtiges Thema der Kunst waren die Belange, die sich bei Hofe abspielten. So entwickelte sich neben dem traditionellen Holzschnitt, auch die chinesisch beeinflusste Tuschemalerei, die dazu diente verschiedene Szenen möglichst naturalistisch darzustellen. Auch die ersten europäischen Einflüsse fanden in dieser Zeit statt. Dies verdichtete sich mit der Öffnung Japans zum Rest der Welt mit dem Ende der Edo-Zeit zu Ende des 19. Jahrhunderts. Die Zeit bis zum zweiten Weltkrieg war von der Schulung in europäischen Künsten, aber auch von dem Beibehalten der japanischen Traditionen geprägt. Hier entstanden viele Verbindungen zwischen den europäischen und den japanischen Kunststilen, wie zum Beispiel der Manga, der einen Mix aus europäischen Karikaturen und japanischen Holzschnitten darstellt. Nach dem zweiten Weltkrieg schwappte die japanische Kunst dann in den weltweiten Markt über und erlangte dort einen hohen Stellenwert.

Japanische Kunst – Die Post – Moderne

Die (Post-) Moderne Kunst Japans beschäftigt sich nicht nur mit dem Umbruch und dem Leben in den Städten des Inselstaates und ihren westlichen Einflüssen, sondern auch mit den japanischen Traditionen und den Erlebnissen, die das Land im zweiten Weltkrieg beeinflusst haben. Dazu zählen zum Beispiel die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki. Als es dem Land wirtschaftlich wieder besser ging, fand auch die Kunst neuen Aufschwung und neue Thematiken, wie zum Beispiel Pop-Kultur, Minimalismus, Abstraktion, sowie Manga- und Anime Produktionen. Genauso wie der Westen die japanische Kunst beeinflusst hat, so haben die japanischen Künstler auch die westliche Welt fasziniert, sowie inspiriert. Während hier bei uns vor allem Mangas und Animes einen wichtigen Bestandteil der japanischen Popkultur- Kunstszene ausmachen und auch zahlreiche westliche Künstler mittlerweile selbst Mangas produzieren, so gibt es auch immer wieder Ausstellungen traditionell japanischer Kunst in großen Museen, wie dem Folkwang Museum in Essen. Dort wurden zum Beispiel auch Bilder von Van Gogh gezeigt, die von japanischen Gemälden und anderen Kunstwerken inspiriert worden waren. Die neuzeitliche Kunst aus Japan vereinigt diese Traditionen und die berühmte japanische Ästhetik mit westlichen Einflüssen und schafft damit ein Zeitzeugnis, das Japans Lage als traditionelles, und trotzdem offenes Land porträtiert.

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Japanische Kunst – Manga zeichnen

Sicherlich erinnerst du dich noch an die Zeichentrickfilme im Fernsehen, in denen Charaktere mit großen Augen die verschiedensten Abenteuer erlebten. Sailor – Kriegerinnen, die gegen das Böse kämpfen, Piraten, die nach dem größten aller Schätze suchen oder kleine Mädchen, wie Heidi oder Polyanna, die sich auf den Weg machen die Welt um sie herum zu erkunden. Die meisten dieser bekannten Animes basieren auf einem vorher erschienen Manga – einem japanischen Comicbuch. Genau wie in den Animes sind die Augen der Charaktere in den Mangas oft sehr groß gezeichnet. Neben der Liebe zum Detail und aufwendigen Hintergrundillustrationen ist dies nur eine der Besonderheiten des Mangazeichnens. Wie oben bereits beschrieben ist der Manga, so wie wir ihn heute kennen aus den traditionell japanischen Holzschnitten entstanden. Diese zeigten schon im 11. Jahrhundert ausdrucksstarke Szenen von Menschen oder Tieren. Die ersten japanischen Comics entstanden dann unter dem Einfluss der westlichen Welt nach der Edo Periode und orientierten sich an europäischen Karikaturen. Die ersten Mangas, die den heutigen sehr nahe kommen, sind zum Beispiel „Astro Boy“ und „Kimba, der weiße Löwe“ von Osamu Tezuka. Inspiriert von den Disney Animationen der 1950er Jahre legte Tezuka mit seinen Werken die Grundsteine für die heutigen Anime Produktionen. Mangas und Animes sind heute ein wichtiger Bestandteil der japanischen Wirtschaft und werden auch in anderen Teilen der Welt, wie in Deutschland, Großbritannien oder den USA gerne gelesen. Große, bekannte Mangaka, wie Akira Toyijama (u.a. Dragonball), Clamp (u.a. Card Captor Sakura), Kazuki Takahashi (Yu-Gi-Oh) oder Arina Tanemura (u.a. Kamikaze Kaito Jeanne, Shinshi Doumei Cross) haben Fans weltweit und werden regelmäßig zu Comic-, sowie Cosplay Events eingeladen, um ihre neuesten Werke vorzustellen.

Tipp: Im Rahmen der Leipziger Buchmesse finden jedes Jahr im März Cosplay- und Zeichenwettbewerbe statt. Hier werden ebenfalls die neuesten Mangas vorgestellt und es gibt zahlreiche Stände mit japanischen Fanartikeln. Weitere Informationen findest du auf der Seite der Manga-Comic-Convention.

Mehr zum Thema Manga und Anime findest du im Bereich Medien und Unterhaltung unseres Magazins.

Japanische Kunst und Essen

In Japan ist nicht nur das Essen selbst eine Kunst. Es gibt auch den Beruf künstliche Gerichte für Restaurants herzustellen, die dann in den Schaufenstern ausgestellt werden. Essen ist in Japan ein wichtiger Bestandteil des Lebens und des Alltags. Nicht nur gilt es als unhöflich im Gehen auf der Straße zu essen, man gibt sich auch besondere Mühe mit dem Anrichten der Speisen. Japanische Gerichte sind eine wahre Kunst. Der Geschmack, die Vielfalt der Zutaten und die kunstvolle Zubereitungen machen japanisches Essen zu einem besonderen Erlebnis.

Der japanische Esstisch

Der meist niedrige Tisch im japanischen Wohnzimmer, an dem man speist während man auf dem Boden sitzt, ist meist mit reichlich mit den verschiedensten Gerichten gedeckt. In vielen kleinen Schälchen findet man hier definitiv Reis, Fisch und möglicherweise eingelegtes Gemüse, wie Ingwer oder irgendeine Form von Wurzeln. Manchmal ist auch ein japanischer Algensalat dabei, der mit Sesamkörnern bestreut wird. Vor jedem Gast befindet sich eine eigene kleine Schale, die man dann selbstständig mit den angebotenen Leckereien befüllen kann, sowie Essstäbchen und eine kleine Tasse für grünen Tee oder Wasser. All diese Dinge sind meist so kunstvoll drapiert, dass sie den japanischen Esstisch, ob zuhause oder im Restaurant, zu einem wahren Kunstwerk machen.

Bento Boxen

Die japanische Lunch-Box ist das typische Mittagessen für Schüler, aber auch für Erwachsene, die ihre Mittagspause machen. Viele bringen eine Bento Box von zuhause mit, man kann sie aber auch an den verschiedensten Orten zu einem günstigen Preis bekommen. Eine Bento Box, das ist eine japanische Butterbrotdose, oft mit vielen unterschiedlich großen Fächern, in denen sich zum einen natürlich Reis, aber auch Fisch, Shrimps, Gemüse, Fleisch oder Ei befinden. Das Anrichten der Bento Boxen hat sich mittlerweile ebenfalls zu einer Kunstform entwickelt. Besonders beliebt sind die “Kawaii – Bentos”, bei denen man aus Reis und anderen Zutaten kleine Figuren formt. So gibt es zum Beispiel kleine Reisbären, die in der Box liegen und mit einer decke aus eingelegtem Tofu zugedeckt sind. Auch Anime Charaktere werden gerne nachgestellt, denn mit dem japanischen Klebereis kann man besonders gut Formen herstellen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und die Verzierungen sind oft detailliert und mühevoll – wunderbare Bento – Kunst.

In einer japanischen Patisserie

Wenn man von Kunst und Essen in Japan spricht, darf man die Gestaltung der Kuchen und Törtchen, sowie kleiner Pralinen und Plätzchen nicht außer Acht lassen. Die japanische Ästhetik reicht für unsere Augen schon an Perfektion. Ein Stückchen Torte ist somit ohne hervorstehende Ecken und Kanten perfekt in Form gebracht, mit einer perfekt drapierten Dekoration aus Erdbeeren, Schokoladensplittern und Zuckerblumen. Kuchen und Törtchen sehen aus, wie aus einem der Animes oder Mangas, fast schon zu perfekt um sie zu verzehren. Dabei schmecken sie darüber hinaus auch noch genauso wunderbar, wie sie aussehen.

Der Beruf des japanischen “Essen – Künstlers”

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Wenn man in Japan an einem Restaurant vorbei geht, wird einem auffallen, dass sich davor fast immer eine Vitrine befindet, in der alle Gerichte der Speisekarte als Plastikmodelle ausgestellt sind. Was wir vielleicht als amüsant betrachten ist in Japan ein wichtiger Wirtschaftszweig. Der “Essens-Künstler” ist ein wichtiger Beruf in Japan, denn das sind die Menschen, die diese Plastikgerichte herstellen. Und wenn man bedenkt, dass es vor jedem Restaurant in Japan eine solche Vitrine mit Plastikessen gibt, dann kann man sich vorstellen wie viel die “Essens-Künstler” zu tun haben. Eine Kunst ist die Herstellung von Plastik – oder Silikon- Essen deshalb, weil die Gerichte täuschend echt aussehen. Spaghetti mit Tomatensoße, Steaks mit Beilagen, Sushi – Platten, sogar Getränke und Eisbecher, all diese Dinge werden in den Produktionshäusern der Plastikessen Hersteller angefertigt. Bestellt man die Gerichte dann im Restaurant bekommt man in der Regel genau das, was man zuvor in der Vitrine gesehen hat, genauso drapiert, gleiche Farbgebung. Der Beruf des “Essens-Künstlers” ist daher kein leichter, er muss wissen wie ein gebratenes Steak auszusehen hat, besprüht es mit mehreren Schichten Farbe, sogar ein aufgemaltes Rostgitter bekommt es. Genauso mit Eiskugeln oder Getränken, wie Bier, in denen selbstverständlich kleine Bläschen aufsteigen, damit es aussieht als sei es frisch gezapft. Die Herstellung von Plastikessen ist definitiv eine Kunstform, die es so nur in Japan gibt. Allerdings hat sie dort riesigen Erfolg.

 

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