Post verschicken

| 21. Januar 2012 | 1 Kommentar

Wenn man in Japan ist, möchte man natürlich auch Karten an seine Liebsten schreiben. Ich persönlich schreibe auch sehr viele Briefe, weil ich das einfach eine schöne Sache finde.

 

Briefe und Postkarten zu verschicken ist überhaupt gar kein Problem. Man schreibe vorne auf den Brief einfach die Anschrift des Adressaten mit dem Land, in dem er wohnt. Auf die Rückseite gehört die eigene Adresse, falls der Brief aus irgendwelchen Gründen nicht zustellbar ist, kommt er wieder zurück (ist mir schon passiert). Mit Postkarten funktioniert es genauso. Dann bringt man die Sachen zur Post (jap. yubinkyoku). In Fukuoka gibt es eine große Hauptpost, zu der ich gerne gehe, weil  sie so zentral im Stadtkern liegt. Dort musste ich mich erst einmal zurechtfinden. Es gibt eine lange Theke mit Schaltern und man weiß zuerst überhaupt nicht wo man nun hin muss. Am besten ist es hier einfach die Briefe etwas deutlicher hochzuhalten oder sie einer der netten Damen an den Nummerncountern entgegen zu strecken. In der Post zieht man nämlich eine Nummer, bei dessen Aufruf man an der Reihe ist. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, die man an diesem Nummerncounter auswählen kann. Wenn man kein Japanisch kann, fragt man einfach die Dame, die daneben steht. Man kann ihr auch einfach die Briefe zeigen, dann wählt sie den richtigen Knopf für einen aus und die Nummer wird ausgedruckt. Dann heißt es sich anzustellen bzw. hinzusetzen, denn vor jedem Schalter sind Stühle oder Sessel aufgereiht, damit man bequem warten kann. Wenn die Nummer dann aufgerufen wird, kann man an den Schalter gehen und gibt die Briefe ab. Die werden dann  gewogen, wenn sie schwer aussehen und meistens darf man sogar zwischen zwei verschiedenen Briefmarkensorten auswählen.

Wenn man ganz besondere Briefmarken haben möchte, kann man die auch bei der Post kaufen. Für ca. acht Euro gibt es da Briefmarken mit Animefiguren drauf (zum Beispiel Lady Oscar oder Pokemon) oder mit traditionell japanischem Design.

Mit Paketen wird das alles schon etwas komplizierter und viele Leute, die ich kenne steckten schon ewig in der Post fest, weil die Angestellten ihr Paket aus irgendeinem Grund nicht verschicken wollten. Hier scheitert es dann eben oft auch an der Kommunikation. Aber auch daran, dass der Zoll ziemlich strenge Regeln hat. Möchte man also etwas aus Japan verschicken und hat liebevoll ein Paket hergerichtet, um es zur Post zu bringen, wird man in der Post erst einmal darum gebeten genau auszulisten was in dem Paket drin ist und dazu zu schreiben wie hoch der Wert des besagten Stückes ist. Wenn man dann, wie eine Freundin von mir ein dickes Paket mit tausend Souvenir Kleinigkeiten gepackt hat, wird es schon mal etwas schwieriger sich daran so genau zu erinnern. Am besten ist es, wenn ihr einfach so tut, als wüsstet ihr es. Schreibt selbstbewusst irgendetwas auf den Zettel und bestimmt einen recht niedrigen Wert, das klappt immer ganz gut und die Postangestellten sind zufrieden. Anschließend wird man noch gefragt, ob man einen Brief mit in das Paket gelegt hat. Die Antwort lautet hier immer „Nein!“, das ist nämlich nicht erlaubt. Dann wird der Sticker auf das Paket geklebt, es wird gewogen und man bezahlt den Preis, der einem gesagt wird. Hier haben sich schon manche ziemlich erschrocken. Eine Freundin hat aus irgendeinem Grund 70 Euro für  ihr Souvenir Paket bezahlt. Hier gibt es einen kleinen Trick:

Egal wie groß und breit euer Paket ist, wenn es nur bis zu zwei Kilo wiegt,  kostet es nur 15 Euro. Ab zwei Kilo schnellen die Preise allerdings stark in die Höhe, daher lohnt es sich eher mehrere zwei Kilo Pakete zu machen, als eines, das mehr wiegt. So bleibt das Verschicken von Paketen recht günstig. Allerdings habe ich auch manchmal das Gefühl, dass die Preise variieren, wie sie wollen. Man kann irgendwie gar nicht abschätzen, wie teuer das wird. Einmal habe ich für ein Paket und Postkarten und Briefe nur 15 Euro bezahlt. Ich war positiv überrascht, muss ich sagen.

Anderen ist es aber eben auch schon anders gegangen. Daher fällt es mir schwer zu den Preisen etwas zu sagen, auch für Briefe und Postkarten. Wobei Postkarten weltweit definitiv unter einem Euro kosten.

Merkt euch auf jeden Fall die Sache mit den zwei Kilo, dann kann es gar nicht so teuer werden. Zumindest ist das meine Erfahrung und die meiner Mitbewohnerin.

Verschickt ganz viele Karten und Briefe, es lohnt sich so sehr und es macht so viel Spaß! Noch ein Tipp für alle, die Spaß an so etwas haben: Bei postcrossing.com kann man Karten an Leute in aller Welt verschicken und bekommt auch welche zurück! Ich finde das eine super Sache und habe diesen Monat meine ersten fünf Karten abgeschickt. Drei davon sind bereits angekommen und die Leute haben sich sehr gefreut!  Ich finde es wichtig, dass man die Karte persönlich etwas gestaltet, auch wenn man die Person nicht kennt, der man sie schreibt. Aber das ist meiner Meinung nach das Spannende daran. Post zu bekommen von jemandem, den man nicht kennt und der einem dann etwas über sich erzählt – eine tolle Sache!

Ich habe hier auch einige Pakete und Briefe bekommen, was immer eine tolle Überraschung war. Manchmal kamen die Sachen allerdings nicht an oder haben unglaublich lange gebraucht. Die Pakete mit Süßigkeiten aus Deutschland, die meine Mama mir geschickt hat, wurden des Öfteren auch mal vom Zoll geöffnet. Ihr sehr auf dem Bild dieses durchsichtige Paket Band, darauf steht, dass der Zoll das Paket geöffnet hat. Solange aber alles abkommt, ist das ja in Ordnung. Ich hoffe die haben nicht von meinen köstlichen Süßigkeiten genascht, aber mir ist nie etwas verdächtiges aufgefallen :D

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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Kommentare (1)

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  1. wasjp sagt:

    Das mit dem postcrossing ist eine wunderbare Idee! Habe mich heute angemeldet und werde am Montag meine ersten 5 losschicken :3

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