Religion in Japan

Religion spielt in Japan vor allem in Bezug auf historische Bauten und traditionelle Bräuche eine Rolle. Neben dem Shintoismus hat sich in Japan auch der Buddhismus als eine der Hauptreligionen durchgesetzt. Dabei entstand in Japan aber keinesfalls eine Feindschaft zwischen den beiden Religionen. Im Gegenteil, shintoistische Schreine und Buddhatempel existieren meist sogar direkt nebeneinander. Wie es zu dieser Entwicklung kam und welche Rolle die beiden Religionen im Alltagsleben der Japaner spielen – das erfahrt ihr in diesem Teil unseres Japan Magazins.

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Die verschiedenen Religionen in Japan – Zusammenspiel von Buddhismus und Shintoismus

Die beiden Hauptreligionen in Japan sind der Buddhismus und der Shintoismus. Da sowohl der Buddhismus, als auch der Shintoismus eine lange Geschichte in Japan haben, fühlen sich die meisten Japaner beiden Religionen zugehörig. Seit der Buddhismus zwischen dem 5. Und 6. Jahrhundert durch Inder, Chinesen und Koreaner nach Japan überliefert wurde, mischen sich seine Praktiken mit denen des Shintoismus. In den Zeiten der Meiji Restauration, während des 19. Jahrhunderts, sollte der Shintoismus wieder zu Japans Hauptreligion gemacht werden. Die Gottheiten und Praktiken beider Religionen, die zu dieser Zeit recht vermischt waren (so wurden zum Beispiel buddhistische Gottheiten in Shinto – Schreinen verehrt) erfuhren hier eine klare Zuordnung. Somit gehörten die Kami (Götter oder Ahnen) wieder dem Shintoismus an, während buddhistische Gottheiten, die aus Ländern wie Indien oder China überliefert worden waren wieder klar dem Buddhismus zugeordnet wurden. Auch heute kann man diese Trennung noch daran erkennen, dass beiden Religionen verschiedene Gotteshäuser zugeordnet sind. Die japanischen Tempelanlagen stehen für die buddhistische Glaubensrichtung, die Schreine gehören zum Shintoismus. Zu unserer heutigen Zeit existieren beide Glaubensrichtungen weiterhin eher in einem Miteinander, als nur einem Nebeneinander. Die meisten Japaner führen Praktiken beider Religionen aus und gehören somit sowohl dem Shintoismus, als auch dem Buddhismus an. Dieses Zusammenspiel beider Religionen wird vor allem zu Feiertagen deutlich. Zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel dem Neujahrsfest, besucht man in Japan Tempel und Schreine, um für Glück und Wohlstand im neuen Jahr zu beten. Auch zu anderen Anlässen und Festen kommen die japanischen Gemeinden an sowohl Shinto – Schreinen, als auch buddhistischen Tempeln zusammen, was die friedliche Co – Existenz beider Religionen noch einmal verdeutlicht.

Japans Hauptreligionen: Shintoismus und Buddhismus

Shintoismus

Shinto – übersetzt Weg der Götter – ist eine Religion, die sich nach dem Streben nach Wohlwollen der japanischen Kami, der Gottheiten, richtet. Die Götter, von denen es unbegrenzt viele gibt, können in Form von Menschen, Tieren, Pflanzen oder auch Gegenständen auftreten. Besondere Gottheiten, wie Inari, die Reisgottheit, werden in einer Vielzahl von Schreinen verehrt, die über das ganze Land verteilt sind. Die Shinto – Schreine sind heute vor allem deshalb wichtig, weil sie einen wichtigen Bezugspunkt für den japanischen Alltag darstellen. Zu Festen und Feiertagen finden sich die Japaner an den Schreinen ein und führen bestimmte kleinere Rituale aus, um den Göttern zu danken und bei ihnen für Glück in verschiedenen Lebensbereichen zu beten. Für die verschiedenen Lebensbereiche sind im Shintoismus verschiedene Gottheiten zuständig, weshalb man sich je nach Anlass zu verschiedenen Schreinen begibt, um dort für Dinge, wie Gesundheit oder Wohlstand zu beten. Eine Besonderheit des Shintoismus ist, dass aufgrund eines Fehlens von Schriften oder anderen Dokumenten nicht ganz so leicht nachvollziehbar ist wie diese Religion entstanden ist. Basierend auf der japanischen Mythologie werden im Shinto Naturgottheiten verehrt und auch die Schöpfung der Erde findet sich einem shintoistischen Mythos wieder. Das Werk aus dem Jahre 712 beschreibt die Gottheiten Izanagi und Izanami, von denen die japanischen Inseln, sowie der Sturmgott Susanoo, die Sonnengöttin Amaterasu, der Feuergott Kagutsuchi und der Mondgott Tsukiyomi und weitere Kami erschaffen wurden. Da der japanische Kaiser, laut des Mythos, von der Sonnengöttin Amaterasu abstammt, fällt ihm im Shintoismus ebenfalls eine besondere Rolle zu. Während der Meiji – Restauration kam dem japanischen Kaiser eine göttliche Bedeutung zu und Schreinbesuche wurden zu seiner Ehren gemacht. Eine weitere Folge war die Trennung von Shinto – und bhuddistischen Gottheiten. Seit 1946 steht dem Kaiser keine Göttlichkeit mehr zu und der Shintoismus hat sich seitdem auch wieder mehr mit dem Bhuddismus zusammengetan. Heute leben die meisten Japaner beide Religionen, welche bei der Geburt von Kindern, aber auch bei Hochzeiten und bei Begräbnissen eine große Rolle spielen.

Buddhismus

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Der Buddhismus ist eine weit verbreitete Religionen, die ihren Ursprung in Indien findet. Schon früh kam diese Religionsform durch Reisende und Händler aus China und Korea nach Japan und beeinflusste dort die bestehende Religionsform des Shintoismus maßgeblich. Auch die japanische Handwerkskunst und Traditionen, wie die japanische Teezeremonie oder die japanischen Gärten sind vom Buddhismus geprägt. Vor allem der Mahayana Buddhismus (eine der Hauptrichtungen dieser Religion) und seine Abzweigung des Zen- sind in Japan weit verbreitet. Die “Lehre des Reinen Landes”, der Amitabha – Buddhismus ist die gängigste Form des in Japan praktizierten Buddhismus. Dies liegt zum Beispiel daran, dass in dieser Form Meditation keine allzu große Rolle spielt (im Gegensatz zum Zen-) und es daher für den größten Teil der Bevölkerung einfacher ist diesem Strang des Buddhismus zu folgen. Auch die berühmte Buddha – Statue in Kamakura ist ein Amida – Buddha und knüpft somit and die “Lehre des Reinen Landes” an. Heute gilt der Buddhismus neben dem Shintoismus als die Hauptreligion Japans mit den meisten Anhängern. Deutlich wird dies vor allem durch die zahlreichen Tempel, die das Land zieren und um welche herum jedes Jahr verschiedene Feste stattfinden. Die Tatsache, dass sich viele Tempel direkt neben Shinto – Schreinen befinden, zeigt auch noch einmal wie nahe sich die beiden Religionen stehen und wie offen die Japaner gegenüber beiden Religionen sind. Japanische Hochzeiten können zum Beispiel wahlweise nach buddhistischem, shintoistischem oder auch nach christlichem Brauch stattfinden. Hier kommt es ganz auf die Wünsche des Brautpaares an. Das Thema Religion in Japan, ist, wie du siehst sehr vielfältig und spannend. Vor Ort lassen sich die vielen Tempel und Schreine, sowie die shintoistischen Tori (Tore) und die buddhistischen Pagoden bewundern, die das Land mit ihrer interessanten Architektur zu einem ganz besonderen Reiseziel machen.

Andere Religionen in Japan

Außerdem gibt es in Japan aber auch noch weitere Religionen, die weniger verbreitet sind. So gibt es zum Beispiel auch in Japan Christen und Muslime.

Christentum in Japan

Das Christentum ist in Japan nicht sehr weit verbreitet und unter 1% der japanischen Bevölkerung fühlt sich dieser Religion zugehörig. Ein Grund dafür könnte möglicherweise die große Abweichung von den traditionellen religiösen Vorstellungen der Japaner sein. Während im Shintoismus und Buddhismus eine Vielzahl von Göttern verehrt werden, so gibt es im Christentum nur einen einzigen allmächtigen Gott. Eine Vorstellung, die mit den ursprünglichen Religionen Japans nur wenige Überschneidungen und somit auch nur wenige Anhänger findet. Für über 200 Jahre, zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert war das Christentum in Japan verboten und seine Bekenner wurden verfolgt. Die Gesetze entspannten sich dann zu Ende des 19. Jahrhunderts, als Missionare aus Amerika, aber auch aus Deutschland und anderen Ländern nach Japan kamen. Aufgrund einer Form kulturellen Druckes, der vom Ausland auf Japan ausgeübt wurde, war das Christentum im Jahre 1873 wieder zugelassen und auch Japaner durften sich der Religion anschließen. Trotz der Existenz einiger Kirchen und des Erzbistums Tokyo, findet das Christentum in Japan heute nicht viele Bekenner.

Islam in Japan

Der Islam wird in Japan hauptsächlich von ausländischen dort Lebenden, sowie den Gastarbeitern aus Bangladesh und dem Iran praktiziert. Es gibt nur wenige Japaner, die sich dieser Religion angehörig fühlen. In Japan wurden seit der Meji Restauration einige kleinere Moscheen und Gebetsräume für Muslime errichtet.

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