Tipps zum Sparen in Japan

| 20. Januar 2012 | 1 Kommentar

Wir wissen, Japan ist eines der teuersten Länder der Welt. Nicht nur der Flug hierher ist teuer, sondern auch das Leben hier. In diesem Post möchte ich euch ein paar Tipps geben, wie ihr ein bisschen sparen könnt und in welche Dinge man lieber etwas mehr Geld investiert.

Der 100 Yen Laden

Etwas, das man hier in Japan sehr häufig findet ist ein 100 Yen ( 1 Euro) Laden. Das klingt jetzt erst mal nach einer plausiblen Sparmaßname, nicht aber nach einer guten Alternative. Wer sich einen 100  Yen Shop aber so vorstellt, wie die Ein-Euro Läden in Deutschland, liegt komplett daneben.  Während man in der Heimat in diesen Läden bereits von einem seltsam chemischen Geruch begrüßt wird und nicht wirklich etwas Brauchbares findet, bietet der japanische Ein-Euro Laden alles, was das Herz begehrt!  Es variiert von Geschäft zu Geschäft aber meistens findet man dort tatsächlich immer, was man braucht. Eigentlich immer vertreten sind Dinge wie Schulhefte, Blöcke, Stifte, Karteikarten (Word cards), Süßigkeiten, Aufkleber, Spielzeug, usw. In besonders gut sortierten Läden findet man auch eine Haushaltsabteilung mit Schwämmen, Eimern und Putzmitteln, eine Küchenabteilung mit Bento-Boxen, Stäbchen, Geschirr und Gläsern und natürlich eine Beauty-Abteilung, in der es sogar Lipgloss, Mascara, Rouge, Haargummis, Bürsten und die verschiedensten Lotions, sowie Deo, Shampoo, Zahnbürsten und Q-Tips gibt. Ihr seht also, hier findet man in der Tat alles. Der große Unterschied zu den Läden in Deutschland ist, dass diese hier sauber sind und die Produkte überhaupt keinen billigen Anschein machen. Es ist fast unfassbar, dass manche Sachen so billig sein sollen.  Natürlich hat mich dann auch die Qualität dieser Produkte interessiert. Für einen Euro kann man das ja ruhig mal ausprobieren. Hier meine Erfahrungen:

  1. Produkttest:  100 Yen Mascara

Im Ein-Euro Laden werden sogar verschiedene Formen von Mascara angeboten, manche sind schwarz, manche weiß. Wo genau der Unterschied liegt, weiß ich allerdings nicht. Ich kaufte den Art Collection Volume Mascara und bin leider weniger begeistert. Nicht nur, dass er den Wimpern ohne Wimpernzange keine Form gibt, nach einigen Stunden legt er sich unter den Augen ab oder verschwindet einfach ganz. Dieser Mascara bringt leider überhaupt nichts, hier lohnt es sich eher in einen teuren zu investieren.

  1. Produkttest: Nagellack

Wieder ein Beautyprodukt, aber welches Mädchen kann schon an einem Nagellack vorbei gehen, der super aussieht und nur einen Euro kostet? Hier wurde ich weniger enttäuscht. Der  Lack lässt sich super auftragen, die Farbe ist genau, wie man es sich vorgestellt hat und er hält immerhin für ein bis zwei Tage. An dieser Stelle muss man natürlich Abstriche machen. Der Nagellack blättert nach ca. 2 Tagen ab und man muss ihn neu machen. Da mir das aber auch schon mit teuren Lacken passiert ist, finde ich das bei diesem hier nicht so schlimm.

  1. Produkttest: Shampoo

Hier war ich zuerst sehr skeptisch, als ich aber erfahren habe, dass eine Freundin auch Shampoo aus dem 100 Yen Shop benutzt, habe ich es einfach mal ausprobiert und bin begeistert. Während mir das teure Shampoo aus der Drogerie die Haarspitzen hat vertrocknen lassen, gibt das Ein-Euro Shampoo meinem Haar Glanz und Stärke zurück. Das hätte ich wirklich nicht erwartet, aber ich bin froh das für meine Haare perfekte Shampoo gefunden zu haben! Natürlich kann ich euch nicht garantieren, dass es bei euch genauso funktioniert, da jede Haarstruktur anders ist aber es lohnt sich definitiv es mal auszuprobieren.

Wer also, wie ich vorher, eine kleine Ein-Euro Laden Phobie hat, darf sich hier in Japan ruhig mal in so ein Geschäft hinein trauen. Eigentlich ist es wie ein normaler Supermarkt, nur ohne Obst und Gemüse. Dafür gibt es aber eine Süßigkeiten Ecke, in der es oft die Sachen billiger gibt, die im Convini auch zu kaufen sind. Die Lebensmittel sind keinesfalls alt oder schlecht, man kann sie also ruhig essen. Hier muss man aber ein bisschen aufpassen, da manche Dinge, wie zum Beispiel eine Packung Bonbons im Convini doch wieder billiger sind.

Falls ihr übergangsweise billige Handschuhe oder Strumpfhosen sucht, findet ihr auch diese im 1oo Yen Laden. Ich könnte in der Tat noch Stunden damit verbringen euch aufzuzählen was es dort alles zu kaufen gibt aber ich empfehle euch einfach selbst mal rein zu schauen – zu den Feiertagen gibt es dort auch immer Dekoration. Halloween, Weihnachten und jetzt ist alles voll mit Valentinstagskram (Wie der hier gefeiert wird, werde ich euch auch noch ausführlich berichten aber dafür ist ja noch etwas Zeit!). Versucht einfach euer Glück, die meisten Dinge findet ihr dort!

Happy Hour

Eine weitere Sparmaßname bezieht sich auf Essen und Trinken. In vielen Restaurants und Bars gibt es nämlich eine Happy Hour! In unserem Lieblingspub zum Beispiel kosten alle Getränke (außer Flaschenbier) von 5 bis 7 Uhr nur die Hälfte. Zur Zeit des Rugby World Cups hat sich das für uns gelohnt, denn wir waren meist schon um 5 Uhr dort, um die Spiele anzuschauen. Haltet einfach mal Ausschau nach einer Happy Hour, manchmal gibt es auch Buffets oder andere all you can eat Angebote.

Was das Essen angeht ist die beste und günstigste Lösung allerdings sicherlich selber zu kochen. Ich muss gestehen, das einzige, was ich mir hier in Japan bisher selbst zubereitet habe war French Toast. Ich bin nicht so der Fan vom Kochen und esse häufig auswärts, aber auch einfach, weil ich gern mit anderen Leuten zusammen essen gehe. Ich kann euch also was kochen angeht nicht wirklich gute Tipps geben. Ich bin allerdings der Tütensuppen- und Fertignudelexperte. Heißes Wasser drauf und fertig, finde ich persönlich genial. Dazu dann frisches Gemüse und ich bin zufrieden. Man kann hier natürlich auch Spaghetti kaufen und diese mit einer Soße servieren – eine tolle Mahlzeit und sie funktioniert überall (ist auch nicht teuer  ;D).

Insgesamt muss man sich wohl damit abfinden, dass hier alles teurer ist, als in Deutschland. Für eine kurze Zeit finde ich das auch gar nicht so schlimm. Wenn man länger hierbleiben will, muss man sich natürlich etwas überlegen, um nicht ein paar Monaten komplett Pleite zu sein.

Ein letzter Tipp noch: Auch wenn alles hier so super süß erscheint und man den Eindruck hat, dass man so etwas in Deutschland nicht bekommt, kauft hier nicht zu viele Klamotten, sondern gebt das Geld lieber für Aktivitäten aus. Meiner Meinung nach lohnt sich das viel mehr. Ich persönlich liebe die Mode hier und habe mir auch schon das ein oder andere Teil gekauft, jedoch sollte man genau auf die Qualität achten. Das scheint nämlich etwas zu sein, auf das Japaner bei Kleidung überhaupt keinen Wert legen. Das Material ist meist künstlich, die Verarbeitung schlecht und die Klamotten wahnsinnig teuer, weil das Label einer bekannten Marke ( wie zum Beispiel Cecil McBee) eingenäht ist. Bei den Sachen sollte man es sich wirklich überlegen, ob man die jetzt haben muss. Sie sehen zwar super aus, auf den ersten Blick aber ich glaube kaum, dass sie lange halten. Dann sind da ja auch noch die Marken, die man schon kennt, wie zum Beispiel UGG (begegnete mir auf der Suche nach warmen Winterschuhen überall), Barbour, Hunter usw. die es sich hier wirklich nicht zu kaufen lohnt, da alles viel teurer ist, als bei uns.

Günstige Kleidung findet ihr dafür aber zum Beispiel  bei UNIQULO oder Muji. Die Sachen dort sind nicht von schlechtester Qualität und haben einen anständigen Preis. Besonders zu empfehlen im Winter: Die heatache Sachen von UNIQULO. Wärmespeichernde Shirts und Leggins für unter die normalen Klamotten – perfekt für alle, die leicht frieren.

Wenn man wirklich mal etwas braucht, lohnt es sich hier in Japan eher auf Qualität zu achten, als mit dem Willen zu shoppen für möglichst wenig Geld möglichst viele Klamotten zu erstehen. Man bedenke auch, dass das ganze Zeug ja auch wieder mit nach Hause muss.

Wenn das alles nicht in den Koffer passt, muss man es nämlich schicken. Was das kostet und wie man auch hier ein bisschen tricksen und sparen kann, verrate ich euch im nächsten Post! xxx

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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Kommentare (1)

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  1. Tanja sagt:

    Und das mit den Klamotten ist dann auch wieder so eine Sache. Ich war in Tokyo in sooo vielen Klamottengeschäften und habe irgendwie nichts in meiner Größe gefunden. Das fand ich besonders im Second Hand-LAden total schade, weil es da echt coole Sachen gab! Und Unterwäsche kann man dort ja gleich vergessen :D

    Die Süßigkeiten dort finde ich persönlich sehr faszinierend, da man Produkte findet, die es hier in Deutschland zwar auch gibt, aber in ganz anderen Geschmacksrichtungen! Und am Liebsten sind wir, wenn es schnell gehen musste, zu Lotteria gegangen – der geilste Burgerladen überhaupt. Gibts den in deiner Gegend auch?

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