Der Weg zum Handy

| 19. Februar 2013 | 0 Kommentare

Wie gewünscht, soll es heute noch einmal in aller Ausführlichkeit um das wichtige Thema Handykauf gehen. Denn wer ist schon gerne nicht erreichbar? Und im Zweifelsfall ist es natürlich einfach gut, selbst die Möglichkeit zu haben, an jedem Ort und zu jeder Zeit telefonieren zu können.

Was ist das Problem mit Handys in Japan?

Wie im letzten Post schon angedeutet, ist Japan kein handyfreundliches Land. Natürlich haben die Japaner alle (?) ein Handy (jap. keitai), das Problem liegt in den ausländischen Modellen. Die funktionieren im Regelfall nicht mehr, sobald man japanischen Boden betreten hat. Manche tun es natürlich, vorrangig die neuen iPhones und Blackberrys, wie ich in meinem Umfeld festgestellt habe. Angeblich soll man keine Probleme mit UMTS-Handys haben… Wer sicher sein will, kontaktiert am besten noch in Deutschland seinen Anbieter, der wird Auskunft geben können. 🙂

Umgekehrt ist es auch so, dass japanische Handys ihren Dienst versagen, sobald man mit ihnen Japan verlässt. Warum das so ist, wäre vielleicht eine Frage für die nächste Maus…

Wie komme ich zu einem japanischen Handy?

Um ein Handy in Japan kaufen zu können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Es handelt sich um die folgenden:

  • Ihr seid mindestens 20 Jahre alt.
  • Ihr habt ein Studentenvisum oder Working Holiday-Visum oder Ähnliches, das heißt ihr habt die Erlaubnis, euch für einen längeren Zeitraum in Japan aufzuhalten.
  • Ihr habt euren Reisepass bei euch.
  • Ihr wart bereits beim Bürgeramt und habt euch registrieren lassen. Die Alien Registration Card müsst ihr beim Kauf griffbereit haben!

Für alle regulären Touristen (visafreie Einreise) gibt es nur die Möglichkeit, ein Telefon zu mieten (mindestens drei Tage lang). Dafür braucht ihr euren Pass und eine Kreditkarte zur Bezahlung. Alternativ kann man sich auch eine japanische SIM-Karte kaufen – davon habt ihr natürlich nur etwas, wenn euer deutsches Handy in Japan generell funktioniert.

Prepaid vs. Vertrag

Wenn ihr alle oben genannten Voraussetzungen erfüllt, müsst ihr euch entscheiden, ob ihr ein prepaid-Handy oder eines mit Vertrag kaufen wollt. Es folgen die Eigenschaften der beiden Varianten im Überblick:

Prepaid:

  • Prinzipiell keine Fixkosten
  • Aber: die Nummer erlischt, wenn man nicht alle zwei Monate Guthaben auflädt!
  • Beschränkte Modellauswahl
  • Softbank bietet eine günstige E-Mail-/SMS-Flat (sehr zu empfehlen!)
  • SMS können nicht ins Ausland verschickt werden
  • Internetfähig

Vertrag:

  • Vertragslaufzeit: 2 Jahre
  • Anbieterabhängige Grundgebühr
  • Jedes beliebige Handy kann gekauft werden
  • Kosten für Telefonie sind niedriger als beim prepaid-Handy
  • Jeder Service funktioniert im In- und Ausland, egal ob als Sender oder Empfänger
  • Internetfähig

Mit welchen Kosten habe ich zu rechnen?

Ganz allgemein kann ich euch das leider nicht beantworten, da ich natürlich nicht jeden Anbieter in Japan kenne, geschweige denn deren Preiskataloge. Der (bei Ausländern) beliebteste Anbieter ist allerdings softbank und daran kann ich euch zumindest Orientierungen liefern. 😉

Das Handy der prepaid-Variante inkl. SIM-Karte und Netzteil kostet (momentan) 6.229 Yen. Davon machen aber 3.000 Yen das erste Startguthaben eures neuen Handys aus. Ihr könnt beim Kauf außerdem angeben, ob ihr eine SMS- und E-Mail-Flat haben möchtet. Diese kostet dann alle 30 Tage 300 Yen, die automatisch abgebucht werden. Die Flat könnt ihr aber jederzeit widerrufen – wenn ihr zum Tag der Abbuchung nicht über ausreichend Guthaben verfügt, erlischt sie automatisch. Telefonieren kostet euch innerhalb Japans 9 Yen pro 6 Sekunden. Ihr könnt (bzw. müsst irgendwann) das Handy mit 3.000 oder 5.000 Yen aufladen. Die Karten bekommt ihr in jedem convenient store. Als prepaid-Modell gibt es bei softbank übrigens nur das Klapphandy von dem Foto dieses Artikels, wahlweise in weiß oder schwarz.

Im Vertrag könnt ihr euch das Handy, wie gesagt, komplett aussuchen. Je nachdem fällt dann auch der Preis aus, das liegt also quasi in eurer Hand. Die monatliche Grundgebühr bei softbank liegt (momentan) bei knapp 1000 bis knapp 6000 Yen. Bei der günstigsten Variante könnt ihr schon ordentlich telefonieren; das teure Pendant bietet auch SMS- und Internetflat und was man sich sonst noch so vorstellen kann. Je nach „Paket“ ergeben sich unterschiedliche Preise für Telefonie, SMS und E-Mail. (Wer sich über die ständigen E-Mails wundert: In Japan sind E-Mails noch wichtiger als SMS. In Formularen wird man auch konsequent nach seiner PC-E-Mail-Adresse und der vom keitai gefragt.) Eine Bekannte von mir hat ein softbank-Vertragshandy und nutzt es vorrangig zum Telefonieren. Pro Monat zahlt sie etwa 2000 Yen.

Wem von den vielen Zahlen noch nicht ganz schwummerig ist oder wer sich selbst noch einmal (auch bei anderen Anbietern) schlau machen will, kann es mit diesen Links versuchen:

  • http:// mb.softbank.jp/en/
  • http://www. fonist.com/EnVer2/index.htm
  • http://www. tiscojapan.com/english/rental_cellphone/index.html

Tipp: Einige Anbieter sind auch an den internationalen Flughäfen präsent!

Was bietet mein Handy?

Das japanische Handy kommt nicht nur in einem totschicken, trendy Design daher, nein, es funktioniert auch noch tadellos: Neben einem Farbdisplay bietet es einen rundum-glücklich-machenden E-Mail-, SMS- und natürlich Telefonservice. Die Bedienung ist kinderleicht und das Gerät liegt formschön in der Hand. Die Frauen wird es freuen: Für noch mehr SMS- und E-Mail-Spaß bringt das neue keitai viele wundervolle Smileys und andere süße Bildchen mit. Und als wäre das noch nicht genug, ist es sogar bilingual und lässt sich auch auf Englisch einstellen! …bleiben da noch Wünsche offen?

Jaa, eine Sache fehlt natürlich noch: mindestens ein süßer (kitschiger) Handyanhänger! Diese findet man in Japan wirklich an jeder Ecke und es gibt Figuren aus Spielen, Anime, Manga; Glücksbringer, wahlweise auch Essen oder „normale“ süße Tierchen und, und, und…

Service, Service, Service!

Wer weiß es noch – in Japan ist der Kunde…? Gott, genau. Und das erlebt man gerade beim Handykauf. Neben den vielen formalen Voraussetzungen ist es in Japan außerdem wichtig, Zeit mitzubringen. Ich war etwa anderthalb Stunden im Geschäft und der nette Mitarbeiter hat mir alles mit einer Engelsgeduld erklärt sowie jede noch so kleine Kleinigkeit eingerichtet und eingestellt. Besonders hilfreich war sicher, dass er mir das Handy auf Englisch umgestellt hat und mir auch gleiche eine E-Mail-Adresse eingerichtet hat, die ich mir aussuchen konnte.

Achtung: Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis das Handy aktiv ist und genutzt werden kann!

Tipp: In Tokyo kann man Geschäfte mit englischsprachigem Personal finden, bei softbank hat man zum Beispiel in Shibuya Glück.

So, und jetzt hätte ich gerne eine gewisse Bonuszahlung (ich denke an einen drei- bis vierstelligen Eurobetrag) von Apple, Blackberry und softbank, weil ich so schön Werbung für sie gemacht habe.

Bis zum nächsten Mal!

(Da ich in letzter Zeit viele Mails mit Fragen zur Jobsuche bekommen habe, wird sich der nächste Beitrag damit beschäftigen. Wenn allerdings die oben genannten Unternehmen meiner Aufforderung folgen, poste ich wohl Bilder von Hawaii oder den Malediven…)

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Kategorie: Allgemein, Katharinas Reiseblog

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Kommentare (0)

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  1. Catrin sagt:

    Hi! Bin gerade über Google auf deinen Blog gestoßen und sehr erfreut über diesen Post!
    Leider braucht man hier in Japan für alles eine Handynr und/oder Emailadresse, weshalb auch ich gerade nicht drum herum komme, mir eins anzuschaffen.
    Da ich mich hier nur 6 Monate aufhalte, lohnt sich ein Vertrag nicht.
    Gestern zog ich also los, um mir ein Prepaidhandy zu besorgen. Big Camera Akasaka: Sorry, sold out. Big Camera Shinjuku: Führen wir nicht, probier es mal direkt in einem Softbank Shop. Softbank Shop Shinjuku: Führen wir nicht.
    Diese Erfahrung hat mich etwas ernüchtert….dein Beitrag ist nun schon 1 Jahr alt, aber es kann sich ja nicht komplett verändert haben, oder…?
    Werde auf jeden Fall nochmal mein Glück in Shibuya versuchen, vllt ist ja auch jemand von Softbank gewillt, mir ein Prepaidhandy zu bestellen.

  2. Rina sagt:

    Guter, übersichtlicher Beitrag 🙂

    Eine kleine Frage hätte ich da noch:
    Die Prepaid Handys sind ja internetfähig. Aber es gibt ja immer solche und solche. Weißt du zufällig ob „Line“ (sowas wie whatsapp) damit auch funktioniert?

    • Katharina sagt:

      Hallo!
      Damit kenne ich mich leider nicht aus…also ich habe die Erfahrung gemacht, dass Internet auf den Standard-Prepaid Handys leider generell nicht so gut funktioniert. Also für E-Mails ist es okay, aber eben nicht viel mehr. Da mag es natürlich evtl. auch Unterschiede geben!

  3. reader sagt:

    am besten du suchst dir einen guten voip anbieter wie den hier http://www.voipgain.com/. ins deutschte festnetz telefoniert man kostenlos nachdem man sein konto aufgeladen hat. gibt nur eine kleine verbindungsgebühr von 10cent.

  4. Melli sagt:

    Hiiiii Katharina<3

    Bin gerade auf deinen Blog gestoßen und echt begeistert *_* Da ich bald auch ein Jahr work& travel in Japan machen werde sind deine Blog Einträge wirklich hilfreich. Auch die von Julie =)
    Dinge über die ich mir schon den Kopf zerbrochen habe wie z.b. die Sache mit dem Handy werden hier ganz einfach erzählt =) juuhuu bin jetzt ein großer Fan und werde fleißig weiterlesen….
    Liebe Grüße und viel Spaß auf deiner Reise =)

    Ps: Ich habe in einem deiner Posts gelesen das du das work& study Programm gebucht hast. Ich bin auch am überlegen ob ich dieses Programm buchen möchte. Vielleicht könntest du ja in einem deiner Posts genauer darüber berichten. Wie das auch vor Ort so abläuft. Gehst du zur ISI Language School??

    soo nun aber sayonara <3

    • Katharina sagt:

      Hallo!
      Erstmal vielen Dank für das Lob!! Freut mich sehr, dass dir der Blog gefällt. 🙂 Bin gerade dabei den Beitrag über Jobsuche im Allgemeinen zu posten, da steht auch etwas über work and study drin. Wenn noch Fragen offen sind, einfach melden! 🙂

  5. Antonia sagt:

    Gibt es denn gar keine Möglichkeit auch unter 20 in Japan in Handy zu bekommen ?

    • Katharina sagt:

      Also laut Bestimmungen – und vorausgesetzt die Verkaeufer halten sich alle daran, wovon ich aber ausgehe – musst du mindestens 20 Jahre alt sein, sonst hast du leider Pech. (Ansonsten musst du vllt jemand anderen dein Handy kaufen lassen…so hat das eine Mitbewohnerin von mir gemacht, die erst 19 ist…aber das hab ich jetzt nicht gesagt..)

  6. Stefanie sagt:

    Hallo Katharina,

    unter ‚Wie komme ich zu einem japanischen Handy‘ schreibst du, dass man die ‚Alien Registration Card‘ von dem Bürgeramt bekommt. Die damalige Alien Registration Card wurde ja mitte letzten Jahres abgeschafft und mit der neuen Resident Card ersetzt.

    http://www.expatfocus.com/c/aid=679/articles/japan/the-new-resident-card-system-in-japan/

    Die Resident Card wird angeblich am Zielflughafen in Japan ausgehändigt. Meine Frage wäre nun ob man immernoch auf das Bürgeramt muss, oder ob die Karte an sich ausreicht um einen (Handy-) Vertrag abzuschließen…
    Hast du dazu eine Info oder Idee?

    Glg Stef

    • Katharina sagt:

      Hallo.
      Wie ich schon in einem frueheren Beitrag geschrieben habe, erhaltet ihr die Alien Registration Card am Flughafen bei Einreise. Ihr muesst damit aber trotzdem nochmal zum Buergeramt, um euch vollstaendig registrieren zu lassen. (Das muesste alles in dem Beitrag „Land in Sicht“ stehen.) Der Begriff wird einfach noch viel oefter benutzt, daher habe ich das auch immer geschrieben. Aber ganz offiziell muss man natuerlich von der Resident Card sprechen, das ist mir bisher aber noch nicht untergekommen.

      • Stefanie sagt:

        … und braucht man die vollständige Registrierung beim Bürgeramt um einen Vertrag abzuschließen, oder reicht die Card aus? Tut mir leid wenn ich doppelt frage 😀

  7. Johannes sagt:

    Super, vielen Dank für den ausführlichen Beitrag 🙂

    Gruß
    Johannes

  8. May sagt:

    Also irgendwie hatte ich mir unter „trendigem, stylischen, bunt-kitschigen“ was anderes vorgestellt als dieses schnöde weise Teil… ^.~ Allerdings klingen rund 10 Euro für nen Vertrag gar nicht so schlecht. Mal sehen, ob mir das nützlich sein wird. ^^

    • Katharina sagt:

      Tjaa, das ist eben das Prepaid-Handy. (Aber das gibt es ja auch noch in schwarz, das ist doch was.) Vielleicht haben andere Anbieter da mehr Auswahl, das weiss ich nicht. Ansonsten musst du eben einen Vertrag abschliessen, da kannst du dann dein Traumhandy erwerben. 😉 Ich hatte aber keine Lust, ein Jahr lang Grundgebuehr fuer nichts zu zahlen, da die Vertraege eben immer zwei Jahre laufen – unabhaengig vom Anbieter.

      • Stefanie sagt:

        hier noch ein Tipp: manche Verträge kann man gegen eine Gebühr auch vorzeitig beenden 🙂

      • Pascal sagt:

        Hi schön aufschlussreicher Artikel,

        aber wenn ich das richtig verstanden habe, dann kann man mit dem Prepaid Handy nicht ins Ausland telefonieren.
        Wenn man nach Japan geht, dachte ich mir, holt man sich zuerst ein Handy um mit den Lieben in der Heimat Kontakt aufnehmen zu können. Aber das fällt ja komplett flach wenn man kein Vertragshandy nimmt.
        Oder hab ich da was falsch verstanden?

        • Katharina sagt:

          Keine Panik!!
          Mit dem (softbank) prepaid-Handy kann man NUR KEINE SMS ins Ausland verschicken! Aber dafür E-Mails, das ist dann ja ähnlich. Telefonieren könnt ihr selbstverständlich, wohin ihr wollt, ins Ausland ist es aber wirklich schweineteuer. Ich habe einmal für 1,5 min nach Deutschland telefoniert und dafür umgerechnet über 6€ bezahlt.
          Nochmal: Sorry, wenn das im Artikel nicht klar geworden ist!

  9. Svenja sagt:

    Kannst du mal paar japanische Rezepte bloggen? 🙂 oder kochst du nie? 😀

    • Katharina sagt:

      Ich stelle mich natuerlich auch gelegentlich mal an den Herd. Aber ich kann absolut nicht kochen. 😀 Zum Wohle der Allgemeinheit wuerde ich also lieber keine Rezepte bloggen. 😉

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