Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes in Japan

| 22. Juni 2012 | 0 Kommentare

Die Frage, die mir immer wieder gestellt wird ist folgende: Wie organisiere ich meinen Japanaufenthalt?

Hierzu gibt es einen einfachen und einen etwas schwierigeren Plan, an den man sich halten kann.

Der einfachere Weg: Die Organisation

Wenn man sich von einer Organisation ein wenig unter die Arme greifen lassen möchte, ist das sicherlich keine schlechte Idee! Natürlich sollte man sich von vornherein bewusst machen, dass das den ohnehin nicht billigen Auslandsaufenthalt auch noch ein wenig teurer macht. Trotzdem kann eine Organisation wunderbar dabei helfen die eigenen Wünsche und Vorstellungen für die Auslandszeit zu realisieren.

Im Internet findet man verschiedene Organisationen, die Auslandsaufenthalte in Japan anbieten. Auch wenn im Onlineangebot nicht genau die Art von Reise vorgeschlagen wird, die ihr euch vorgestellt habt, lohnt es sich sicherlich mal bei der Organisation anzurufen und nachzufragen, ob man alles auch ein bisschen so verändern kann, das es auf eure Vorstellungen passt. Die meisten Reiseanbieter sind da sehr flexibel und kooperationsbereit. Was diese Auslandsaufenthalte angeht, gibt es meistens keine Pauschalreisen. Das bedeutet, dass von euch viel Eigeninitiative gefragt ist und ihr euch selber viele Gedanken um Unterkunft und Tätigkeiten machen müsst. Das wiederum lässt euch aber viele Freiheiten, die euch erlauben eure ganz individuelle Reise zu gestalten.

Der Reiseveranstalter unterstützt euch dann dabei alles in die Reihe zu bekommen, bzw. sie nehmen euch die Arbeit sogar ab. Nach Absprache bekommt ihr ein paar Anmeldeformulare, die ihr ausfüllen müsst. Da geht es zum einen um eure Person, aber auch was genau ihr buchen möchtet. Die verschiedenen Arten von Unterkünften (Gastfamilie, Flat Sharing, usw.), wie oft und ob ihr Sprachunterricht haben wollt, Hin- und Rückflug und verschiedene Sonderleistungen, wie Flughafentransfer usw.

Was euch beim Buchen über eine Organisation bewusst sein sollte ist, dass der Veranstalter euch nur an eine Sprachschule oder eine Organisation vor Ort vermittelt. Ihr werdet also höchst wahrscheinlich nicht in einem Büro bzw. einer Schule sitzen, die den gleichen Namen trägt, wie der Veranstalter, mit dem ihr gebucht habt. Das sind verschiedene Kooperationen, die da laufen und der Veranstalter hilft euch eigentlich nur die richtigen Kontakte zu finden und übernimmt ebenfalls die Buchung für euch.

Prinzipiell sind das alles Dinge, die man auch selber machen kann, wenn man weiß wohin man sich wenden muss. Den Weg der Selbstorganisation eines Auslandsaufenthaltes werde ich euch im folgenden Absatz erklären.

 

 

Eigene Organisation eines Auslandsaufenthaltes

Viele trauen sich gar nicht selber an die Organisation, weil sie sich mit der Sprache nicht vertraut fühlen und gerade was Japan angeht, finde ich das total verständlich, weil es ein ganz anderes und auch fremdes Land ist. Trotzdem ist man auch ohne Veranstalter nicht vollkommen aufgeschmissen.

Es gibt einige Dinge, die man auch selbst organisieren kann, wenn man sich ein bisschen im Internet umsieht. Hierzu ist es hilfreich Englisch zu können, da die meisten Seiten auf Englisch geschrieben sind. Am besten beginnt man zuerst einmal damit eine Sprachschule zu suchen, Stichworte, wie „Language School in Japan“ oder „Language School in Tokyo“ funktionieren gut und dann heißt es sich durch all die Angebote zu lesen und mal zu schauen wo die Preise liegen und diese zu vergleichen.

Hat man eine Sprachschule gefunden, kann man sich um eine Unterkunft kümmern. Oft arbeiten die Schulen mit Gasthäusern oder Gastfamilien zusammen und somit kann man auch über die Schule die Unterkunft buchen. Das hat den Vorteil, dass man meist mit anderen Schülern der gleichen Schule zusammenlebt. Andererseits trifft man auch noch Leute, die ganz andere Sachen in Japan machen, als man selbst, wenn man sich eigenständig eine Unterkunft sucht. Hier sollte man entweder nach „Rooms in (zum Beispiel Tokyo) for rent“ oder „host families in (Zum Beispiel Tokyo)“ suchen, je nachdem wo man gerne leben möchte.

Achtung: Wenn ihr ein Zimmer mieten möchtet,  müsst ihr meistens eine Anzahlung machen, die als Rückversicherung für die Firma gilt. Einen Teil dieser Anzahlung bekommt ihr meist sogar zurück. Außerdem kann man viele Unterkünfte nicht Monate im Voraus buchen, sondern meist nur vier Wochen vorher.

Es gilt auf jeden Fall immer: Verträge genau lesen und nichts unterschreiben, mit dem ihr nicht hundert prozentig einverstanden seid!

In der Regel sind japanische Firmen aber ehrlich und die Kooperation funktioniert gut.

Natürlich müsst ihr euch auch noch einen Flug buchen und hier heißt es ein wenig herum zu suchen, denn auch nach Tokyo kann man verhältnismäßig günstig fliegen. Je nachdem wie anspruchsvoll man ist und wie lange Wartezeiten man in Kauf nehmen möchte. Im Internet findet man viele Flugangebote für Tokyo und natürlich ist es zu Zeiten, in denen keine Ferien sind auch günstiger.

Sobald ihr alles soweit geregelt habt, heißt es das Visum zu beantragen! Nehmt euch dafür genug Zeit, denn ihr müsst zur japanischen Botschaft oder zu einem japanischen Konsulat fahren und das Visum dort beantragen. Es braucht ein bisschen, bis ihr es wieder abholen könnt, daher plant dafür etwas Zeit ein (ca. 2 Wochen).

Das sind so die hauptsächlichen Dinge, die ihr zuerst einmal regeln solltet.

Wenn ihr in Japan arbeiten wollt, ist es sicherlich sinnvoll schon einmal im Internet nach Jobangeboten zu suchen. Die meisten Angebote sind auf Japanisch oder Englisch und bei den meisten Jobs werden auch diese Sprachen fließend verlangt. Vor allem, wenn es eben um etwas mehr als einen Nebenjob geht. Prinzipiell ist sicherlich für jede Branche etwas zu finden, gerade in Tokyo gibt es natürlich viel.

Wenn man unbedingt nach Japan möchte, sollte man seine Suche auf das ganze Land ausweiten und sich vielleicht nicht unbedingt auf eine bestimmte Stadt versteifen. Die vorher beschriebenen Tipps gelten für jede größere Stadt in Japan.

Work and Travel Voraborganisation

Wenn ihr Work and Travel im ganz ursprünglichen Sinne machen möchtet, reicht es sicherlich eine Unterkunft und einen Flug zu buchen. Erst einmal in Japan angekommen, hat man mit dem Work and Holiday Visum die Möglichkeit jeden Minijob anzunehmen. Ihr könnt euch also vor Ort informieren welche Jobs es gibt und was für euch in Frage käme. Wenn euer Budget begrenzt ist, würde ich empfehlen schon einmal vorab im Internet nach kleinen Jobs zu schauen oder den Kontakt zu anderen Ausländern bzw. Work and Travellern zu suchen, die sich bereits an eurem Zielort befinden.

Generell kann sich viel ergeben, wenn man offen ist und neue Leute kennenlernt.

Vielleicht hilft es euch auch erst einmal ein Praktikum zu machen und möglicherweise könnt ihr dann ganz dort einsteigen.

Für das Überleben empfehle ich euch einfach nach einem Minijob in einer Bar, einem Restaurant oder einem Club anzunehmen. Man kann auch als Verkäufer in einem Klamottenladen arbeiten, die Möglichkeiten sind da fast unbegrenzt. Wichtig sind nur gute Japanisch Kenntnisse und dass ihr offen für Neues seid!

Für einen besseren Einstieg empfehle ich euch etwas zu suchen, dass irgendwie Deutschland- oder Auslandbezug hat, da ihr dort viel Englisch sprechen müsst und es somit für euch einfach wird einen Job zu bekommen, falls euer Japanisch nicht ganz so gut ist.

Eine gute Möglichkeit sich erst einmal über Wasser zu halten ist auch als Lehrer zu arbeiten. Englischlehrer sind besonders gefragt und wenn ihr Glück habt, findet ihr sicher auch einen Job als Deutschlehrer. Das machen wahnsinnig viele, weil es irgendwie die einfachste Lösung ist in Japan zu arbeiten. Daher werden auch hier die Stellen immer knapper. Gut ist es, wenn man ein bisschen Erfahrung vorweisen kann.

Euer Work and Travel ist natürlich nicht ganz planbar aber genau das macht es ja so spannend! Viele Dinge ergeben sich und wenn einem das Geld ausgeht, findet man schon irgendwie eine Lösung.

Besonders wichtig ist es sicherlich, dass ihr euch einfach traut und dass ihr viel Initiative zeigt, um einen Job zu finden. Das Internet bietet da sehr viele Möglichkeiten und Auskünfte, also macht euch auf einige Stunden vor dem Rechner gefasst!

Es ist viel Geduld gefragt aber macht euch nicht allzu viele Sorgen, meistens kommt es ja immer anders, als man denkt und so findet man dann im Endeffekt vielleicht genau das, nach dem man gesucht hat!

Viel Erfolg bei der Organisation eures eigenen Work and Travel Abenteuers!

Julie

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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Kommentare (0)

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  1. Aline sagt:

    Hallöli ich bins nochmal:)
    hab noch eine Frage: Mal angenommen: Wenn ich jetzt das Visum bekommen hab und ein Jahr in Japan war und dabei jemanden kennen gelernt hab, kann ich dann zb. auch durch Heirat die Japanische Staatsbürgerschaft bekommen und dort bleiben oder geht das auch wenn ich einen festen Beruf dort hab?? Sry für die seltsame Frage^^Wenns dus nicht weisst auch nicht schlimm. Danke;)

    LG

  2. Aline sagt:

    Hallo:)
    Danke für deine ausführlichen Einträge, sie sind sehr hilfreich:) Ich hab eine Frage, du hast dir doch von einer Organisation helfen lassen, stimmts? War das dann die Japanische Botschaft in deiner Nähe oder eine andere?? Wäre super, wenn du mir antworten könntest. Danke im Vorraus;)

    LG

    • Julie sagt:

      Hallo Aline,

      schau doch einfach mal im Internet unter dem Suchbegriff „Work and Travel Japan“ oder „Sprachkurse in Japan“, da lassen sich einige private Organisationen finden, die dir gerne weiterhelfen (:

  3. Tim sagt:

    Danke für den Eintrag, Julie!Durch deinen Blog wurde ich ziemlich motiviert auch ein Jahr in Japan zu verbringen. Es war schon immer ein Traum von mir dieses Land zu besuchen und jetzt hat es Form angenommen. Im Juli 2013 geht es los.
    Beste Grüße Tim

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