Was ist eigentlich Ghibli?

| 14. Februar 2012 | 1 Kommentar

Vielleicht habt ihr den Namen „Ghibli“ schon einmal gehört, viele von euch kennen ihn sicher auch ziemlich gut, aber ich habe hier in Japan auch viele Leute getroffen ( nur nicht-Japaner natürlich), die mit „Ghibli“ überhaupt nichts anfangen konnten. Das hat mich zum einen sehr überrascht und auch bewegt diesen Post zu schreiben, denn ich finde, wer sich für Japan interessiert, der sollte auch Ghibli kennen.

Aus dem Hause Ghibli kommen so zauberhafte Filme, wie ‚Mein Nachbar Totoro‘ (となりのトトロ Tonari no Totoro), ‚Prinzessin Mononoke‘ (もののけ姫, mononoke hime) oder ‚Das wandelnde Schloss‘ (ハウルの動く城 Hauru no Ugoku Shiro) von dem berühmten japanischen Regisseur Hayao Miyazaki. Ghibli oder auch Studio Ghibli ist das Zeichentrick Studio, in dem diese Filme hergestellt werden.
Diese und noch viele andere Filme haben sich in Japan und auch in der ganzen Welt großer Beliebtheit erfreut und so ist Ghibli berühmt geworden.

Ghibli Shop in Canal City Hakata

 

Hayao Miyazaki, der auch vorher schon Filme gemacht hatte, gründete nach dem großen Erfolg von ‚Nausicaa aus dem Tal der Winde‘ (風の谷のナウシカ, Kaze no Tani no Naushika) 1985 das Studio Ghibli, in dem Filme bis heute noch auf die traditionelle Art und Weise und möglichst ohne Computerbearbeitung hergestellt werden.
Die Filme von Ghibli sind etwas total Besonderes! Sie erzeugen für mich ein ganz besonderes Gefühl und erzählen wundervolle Geschichten, die in einer Welt spielen, die wahnsinnig real wirkt, aber dennoch absolut fantastisch ist. Es geht sehr viel um Natur, doch oft sieht man auch Maschinen, die nur in den Filmen existieren. Der Zeichenstil dieser Filme gefällt mir wahnsinnig gut und ich bin ein riesiger Ghibli-Fan, seitdem ich ‚Chihiro’s Reise ins Zauberland‘ (千と千尋の神隠し Sen to Chihiro no kamikakushi) im Kino gesehen habe. Mittlerweile schaue ich mir alle Ghibli Filme im Kino an und freue mich immer riesig, wenn es einen neuen gibt. Die Filme sind wunderschön, aber auch spannend. Sie sind für Jung und Alt. Sie verzaubern den Zuschauer in einer magischen Welt und wirken dennoch so realistisch.

Wie viel Ghibli steckt in Japan?
Als ich 2010 das erste Mal in Japan war, habe ich die Atmosphäre, die diese Filme vermittelt überall gespürt. Das war wahnsinnig faszinierend und ich bin bis heute beeindruckt, wie gut die Filme die Realität wieder spiegeln. Natürlich gibt es hier in Japan keine Drachen oder Waldgeister, oder sagen wir, ich habe bisher noch keine gesehen, aber es gibt diese magische Atmosphäre, wenn man zum Beispiel einen Schrein betritt. So eine Schrein- oder Tempelanlage mit japanischem Garten ist etwas ganz Besonderes, finde ich, denn dort ist es wahnsinnig ruhig und man fühlt sich gleich total entspannt. Man hört schöne Geräusche, wie das Plätschern von Wasser in einem kleinen Teich, den Wind, der durch die Bäume rauscht und das Knatschen von Kies, wenn Menschen darüber laufen. Auch in der Natur sind viele Dinge zu finden, die man aus den Filmen kennt. Die Landschaft sieht einfach tatsächlich so aus. Natürlich sind die Filme alle unterschiedlich, ‚Chihiro‘ aber zum Beispiel spielt in Japan und ich liebe die Anfangsszene, in der die Familie im Auto sitzt, weil man dort so viel von Japans Landschaft sieht. Als das Auto anhält, zum Beispiel, fragt Chihiro ihre Mutter was die kleinen Häuschen am Wegesrand darstellten, die dort so bewachsen von Gras und nicht richtig in Reih und Glied standen. „Das sind Schreine für die Schinto Götter‘ , antwortet die Mutter dann und wenn man irgendwo in Japan tatsächlich so kleine Häuschen findet, freut man sich sehr, denn man hat unter all dem Fremden etwas wiedererkannt. Es bringt auch ein bisschen Magie in den Alltag und mich persönlich durchflutet dann immer dieses bestimmte ‚Ghibli – Gefühl‘, ich weiß es in der Tat nicht anders zu beschreiben.
Ich würde wirklich gerne mal in das Ghibli Museum in Tokyo, das muss wunderschön sein und dort gibt es auch die Originalzeichnungen und einen Lebensgroßen Katzenbus (Wer Totoro kennt, weiß wovon ich spreche :D). Hier in Fukuoka gibt es immerhin einen Ghibli Shop, denn Ghibli Merchandise ist wahnsinnig beliebt. Totoro gibt es eigentlich überall, in Plastik und Plüsch, in klein und in riesengroß. Gott sei Dank habe ich schon einen gigantischen Stoff Totoro, sonst wäre ich hier wahrscheinlich schwach geworden (Danke an Mauri :D).
Wer nun überhaupt keine Ahnung hat, wovon ich hier rede, der sollte sich die Filme dringend anschauen – sie sind wirklich wunderschön!
Und wer die Filme kennt und ein bisschen Ghibli Gefühl spüren möchte, der sollte unbedingt nach Japan kommen!
PS.: Der Soundtrack zu den Ghibli- Filmen ist meist von Joe Hisaishi, einem berühmten japanischen Pianisten geschrieben und jedes Mal wunderschön. Einen Ghibli – Soundtrack hören und durch die Straßen Japans laufen – wirklich toll!

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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Kommentare (1)

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  1. Christina sagt:

    *___* Wie schöööön!
    Ich liebe Ghibli und würde wohl den halben Laden aufkaufen (ich will Totoro!! xD). Bei mir hat es wohl auch erst mit Chihiros Reise ins Zauberland angefangen, danach war ich aber infiziert. 😉

    Liebe Grüße
    Christina

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