Emotionen einer Rückkehrenden

| 1. September 2015 | 3 Kommentare

Japan ist Faszination. Für mich hält dieses Land an jeder Ecke magische Momente bereit. Es ist nicht nur die Natur, die mich mit ihren satten Farben und ungewöhnlichen Formen verzaubert. Es ist auch die Wärme der Menschen hier, die mir das Gefühl gibt zuhause zu sein. Sich in einem fremden Land willkommen zu fühlen ist ein großes Geschenk. Japan macht dem Reisenden dieses Geschenk durch seine Offenheit und seine Neugier.

Japan Aussicht

Japanische Gelassenheit

In den letzten Woche konnte ich noch einmal beobachten, wie ein Charakterzug die Japaner besonders auszeichnet. Es ist die Geduld. Zusammen mit der Kunst die existierende Situation zu akzeptieren resultiert aus diesen beiden Eigenschaften die Fähigkeit sich ganz auf seinen Gegenüber einzulassen. Aufmerksam lauschen meine Freunde den gebrochen japanischen Sätzen, die ich immer wieder gemischt mit englischen Vokabeln über meine Lippen zu bringen versuche. Die Tatsache, dass ich für diese Kläglichkeit an Sprache trotzdem immer wieder gelobt werde, versetzt mich jedes Mal in Erstaunen. Für die Japaner jedoch kommt es nicht darauf an, was am Ende bei meinen Versuchen herauskommt, es ist die Bemühung selbst, die zählt. Mich rühren die Achtsamkeit und das Wohlwollen der Menschen hier. Zudem motivieren meine Freunde mich es weiterhin mit Japanisch zu versuchen.

Offenheit

Nicht nur meine Freunde berühren mich in Japan, sondern auch die Menschen, denen ich als Fremde begegne. Ich erinnere mich an eine Begebenheit vor drei Jahren, als ich im Winter an einer Straßenecke auf eine Freundin wartete. Ein junger Mann stellte sich kurze Zeit später dazu und schien ebenfalls auf jemanden zu warten. Nach einiger sprach er mich an, wollte wissen woher ich kam, was ich tat und wieso ich hier an dieser Stelle wartete. Ich erklärte ihm, dass ich verabredet sei. Wir unterhielten uns noch eine Weile, dann drehte er sich zu dem Getränkeautomaten hinter uns um. Er trat näher an den weissen Kasten heran, suchte in seiner Jackentasche nach ein paar Münzen, fand einige in rost und silber und warf diese dann in den silbernen Schlitz des Automatens hinein. Heraus fiel eine kleine durchsichtige Flasche mit caramel farbenener Flüssigkeit. Diese Flasche drückte mir der junge Mann in die Hand. Dann sagte er “Die ist für dich. Ich hoffe du magst Kakao. Ich muss jetzt los.” Überrascht bedankte ich mich, dann war der junge Mann verschwunden. Ich stand weiterhin an der Straßenecke. Nun mit einem warmen Kakao in meinen Händen und mit ein wenig mehr Wärme um mein Herz.

Wärme

Wärme beschreibt die Gefühle gut, die ich hier in Fukuoka empfinde. Vielleicht ist es eine Wärme der Vertrautheit. Ganz sicher aber ist es eine Wärme, die von den Menschen an diesem Ort ausgestrahlt und auf mich übertragen wird. Die Zeit in Fukuoka hat mich mit weitaus mehr positiven Gefühlen überschüttet, als ich es vor meiner Abreise für möglich gehalten hätte. Der Abschied wird ein wenig schmerzen, doch darüber wächst die Freude auf eine erneute Rückkehr.

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Kategorie: Allgemein, Japan Aktuell, Julies Reiseblog

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Kommentare (3)

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  1. rosaria sagt:

    Hello Julie, ich stimme alles zu was Du ueber die tollen Eigenscaften der Japaner erzaehlst. Ich habe mich auesserst wohl gefuehlt als ich in 2012 drei Monate in Tokyo verbracht habe. Mir ist die japanische Kultur auch ans Herz gewachsen. Wer weiss vielleicht komme ich mal wieder hin um die Supernette Familie aus Saitama wiederumzuarmen, die mich fuer ueber zwei Monate aufgenommen hat, den Rest habe ich in Nijigata am japanischen Meer verbracht. Ich habe sie auch mal nach Italien eingeladen fuer einen schoenen Urlaub am Meer am Gargano Stiefelssporn in Apulien wo ich seit 5 Jahren das Rose Villa B&B im Urlaubsort Peschici fuehre.
    Du kannst mich auch mal besuchen.
    Ein herzliches Dank fuer Deinen tollen Bericht ueber meinen geliebten Japan.
    rosaria

  2. Kat Caprice sagt:

    Ich liebe deine ehrlichkeit, echt tolles blog! x

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