Kyoto 京都市

| 23. März 2012 | 0 Kommentare

Eine der wohl interessantesten und bedeutsamsten Städte in Japan bis heute ist wohl Kyoto. Wenn man in der Geschichte Japans zurück blickt, erkennt wie viel sich dort abspielte. Aber auch was sich dort hätte abspielen sollen bzw. können ist hoch interessant. Ich hatte das Glück diese wunderbare Stadt nun schon zwei Mal besuchen zu dürfen und in diesem Post soll es ein wenig um die Geschichte, aber auch um meine Eindrücke von Kyoto gehen.

 


Kyoto liegt auf Honshu, der größten Insel Japans und hat ca. 1,4 Millionen Einwohner. Bis 1185 war Kyoto unter dem Namen Heian-kyo das politische Zentrum Japans. Heute gilt die Stadt als großes Ziel für Touristen, denn dort gibt es wirklich viel zu sehen. Unzählige Tempel, traditionelle Häuser, kleine Gassen, viele gute Restaurants und natürlich das Geisha Viertel warten auf die Besucher in Tokyo. Die Stadt ist recht groß und obwohl ich schon zwei Mal dort war, habe ich noch immer nicht alles gesehen. Ich denke man muss sich einfach mal etwas mehr Zeit nehmen, um sich alles einmal in Ruhe anzuschauen.
Was ich nun aber schon zwei Mal gesehen habe und auch aufs Neue wahnsinnig faszinierend fand, ist das östliche Region von Gion. Als erstes macht man sich am besten auf zum Kiyomizu-dera Tempel. Dieser über eintausend Jahre alte Tempel liegt auf einem Berg und von seiner Aussichtsplattform aus kann man über die gesamte Stadt schauen. Dieser Tempel aus Holz ist wirklich beeindruckend, denn die hölzernen Säulen, die ihn Stützen reichen ganz weit den Berg hinunter. Besucht habe ich diesen Tempel im Jahre 2010 bei Tag und konnte eine tolle Aussicht auf Kyoto genießen. Die Tempelanlage ist sehr groß und daher gab es sehr viel zu sehen. Besonders toll war mein Besuch des Tempels im Dezember 2011, denn in Kyoto waren zu dieser Zeit die berühmten roten Herbstblätter an den Bäumen zu sehen und diese gab es auch überall herum um den Kiyomizu-dera. Wir besuchten den Tempel diesmal bei Nacht, denn dann werden die Blätter von arrangierten Lichtquellen angestrahlt. Es war wirklich wunderschön und auch der Blick auf Kyoto bei Nacht war sehr beeindruckend! Ob nun bei Tag oder bei Nacht, der Weg vom Tempel zurück in die Stadt ist auch sehr schön. Man steigt zunächst unzählige, steinerne Treppen herab, die von den Holsäulen des Tempels und ganz vielen Bäumen umgeben sind. Im Herbst sind hier die roten Blätter, im Frühling die Kirschblüten zu sehen. Der Blick reicht weit in die Natur, denn bis die Häuser der Stadt wieder anfangen dauert es einen Moment. Bald schon erreicht man die traditionellen Gassen von Gion, die perfekt das alte Kyoto wieder spiegeln. Die gepflasterten Straßen hier heißen Sannenzaka und in den kleinen Holzhäusern, die sie umgeben sind viele Souvenirläden mit traditionell japanischen Sachen, wie Stäbchen, Holzschalen, Töpferware und Essen.
Ein Geheimtipp sind die für Kyoto typischen Gewürze, die man hier kaufen kann. Vor allem Sancho, Pfeffer aus den Blättern des Sancho Baumes ist eine typische Spezialität aus Kyoto und schmeckt wirklich sehr gut zu Reis! Besonders guten Sancho bekommt man an geheimen Ecken in Kyoto aber den Normalen bekommt man auch in der Delikatessen Abteilung eines großen Kaufhauses.
Auf dem Weg vom Kiyomizu-dera in die Stadt kann man auch noch an der Yasaka Pagode anhalten, die das einzige Überbleibsel eines buddhistischen Tempels ist, der sie einst umgab.
Der Weg führt weiter zum Yasaka Schrein (nördlich von der zuvor genannten Pagode), ein eindrucksvolles Gebäude mit einer großen Treppe die zu Kyotos Haupteinkaufsstraße führt und im Juli Schauplatz des Gion Festes ist. An Neujahr wird der einstige „Gion Schrein“ von unzähligen Japanern besucht, die für Gesundheit und Wohlstand beten. Im Frühling gilt er als Tor zum Maruyama Park, in dem die Kirschblüten zu sehen sind.
Schreitet man die große Treppe des Schreins hinunter befindet man sich sogleich im Haupteinkaufsviertel von Kyoto. Es führt eine große Straße in Richtung des Kamo Flusses, die dann auf die Kawaramachi-dori, die Straße entlang des Flusses führt. Kyoto ist nicht nur bekannt für seine Gewürzspezialitäten, sondern auch für Tee, Keramiken, Produkte aus Bambus und die typischen Kyoto Dolls. All das und vieles mehr ist im Einkaufsviertel von Gion zu finden. Wer eine Pause braucht, kann sich in einem der zahlreichen Restaurants nieder lassen. Besonders empfehlenswert ist hier das berühmte chinesische Restaurant, das einst ein Hotel war. In einem alten Fahrstuhl wird man nach oben begleitet und darf dort Platz nehmen. Von der Karte wählt man eine traditionell chinesische Speise und genießt beim Warten dem Blick auf den Fluss. Wer möchte, kann auch nach oben auf die Terrasse gehen und von dort einen Blick auf die Stadt werfen. Das alte Gebäude, in dem sich das Restaurant befindet ist wirklich wunderschön und auch das Essen war vorzüglich! Ganz billig ist das Restaurant nicht aber für das Ambiente und die tolle Aussicht lohnt es sich auf jeden Fall!

 

 


Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit ist der Kinkaku-ji, der goldene Pavillon, der von einem wunderschönen Park umgeben ist. Gebaut wurde der ursprünglich als Villa fungierende Pavillon im Jahre 1389 von dem Shogun Yoshimitsu. Im Juli 1950 wurde der Pavillon von einem psychisch labilen Mönch in Brand gesetzt und 1955 wieder restauriert. Insgesamt besitzt die Baut drei Etagen und auf der Spitze des Daches ist ein goldener Phönix zu sehen. Ich habe den Pavillon im Sommer besucht und fand ihn wirklich beeindruckend und wunderschön. Vor allem der Park drum herum, der See mit den Seerosen und den Kranichen, die sich ab und zu dort blicken lassen ist wirklich idyllisch. Aber auch im Winter soll der Pavillon wunderschön sein, vor allem wenn der ganze Park von Schnee bedeckt ist.
Der Grund dafür, dass Kyoto heute noch so traditionell japanisch aussieht ist, dass es im Gegensatz zu fast allen anderen japanischen Städten im zweiten Weltkrieg aufgrund seiner 2000 Tempel und Schreine von den Bombardierungen verschont wurde. Ursprünglich war die Atombombe, die auf Nagasaki fiel für Kyoto gedacht. Da jedoch einer der amerikanischen Minister schon einmal in Kyoto gewesen war, entschieden sie sich noch einmal um.
Dies ist auch der Grund, aus dem wir heute noch das berühmte Geisha Viertel in Kyoto besuchen und besichtigen können. Umgeben von dunklen Holzhäusern und abends wunderbar beleuchtet sind die kleinen Gassen im Geisha Viertel. Fast alle Häuser sind verkleidet, damit niemand hinein sehen kann. Die zahlreichen Restaurants sind gut besucht und teuer. Wer großes Glück hat, kann auch mal einen Blick auf eine Geisha erhaschen, wenn sie aus ihrem Haus in ein Auto steigt.
Als ich 2010 in Kyoto war, hatten wir das große Glück am Abend von einer Meiko ( der Vorstufe der Geisha) unterhalten zu werden. Ein junges Mädchen, gerade siebzehn, mit weißem Gesicht und in einem wunderschönen Kimono sang und tanzte für uns, während eine ältere Geisha das Shamisen spielte, ein dreiseitiges Zupfinstrument, das zu den traditionellen Musikinstrumenten in Japan gehört. Nach ihrer Aufführung war die Meiko sogar noch bereit uns einige Fragen zu beantworten. Es war eine große Ehre von ihr unterhalten zu werden und ich habe großen Respekt vor dem Lebensweg, den dieses Mädchen geht, denn die Ausbildung zur Geisha ist sehr schwer und hart.
Im Stadtteil Fushimi ist der Fushimi Inari – Taisha (jap. 伏見稲荷大社) Schrein zu finden, einer der ältesten Schreine in Kyoto. Er ist deshalb berühmt, weil auf seinem Gelände lange Gänge aus Torii, den rote lackierten Holztoren stehen, die man zum Beispiel aus einer Szene in dem Film „Die Geisha“ kennt. Persönlich habe ich diesen Schrein leider noch nicht besuchen können, allerdings würde ich ihn wirklich gerne mal sehen, da er auf einem Hügel liegt und auch die Torii Gänge sind sicherlich wunderschön.
Leider war ich immer nur sehr kurz in Kyoto und auch obwohl es immer sehr eindrucksvoll war, würde ich gerne noch einmal dorthin reisen, um mir alles noch einmal in Ruhe anzusehen und auf mich wirken zu lassen. Kyoto stelle ich mir auch als wunderbares Ziel für Work and Traveller vor, denn die Stadt ist wirklich schön und dort gibt es sicherlich sehr viel zu erleben. Außerdem ist sie so traditionell, wie kaum eine andere japanische Stadt.
Wenn ich an Kyoto zurück denke, erscheint es mir wie eine Reise zurück ins alte Japan. Die Tradition und Geschichte von Japan ist wirklich wahnsinnig interessant und reicht so weit zurück. Wer einen Einblick in das traditionelle Japan haben will, ist in Kyoto wirklich genau richtig!

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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Kommentare (0)

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  1. Caro sagt:

    Hallo Julie, ich verfolge deinen Blog jetzt schon eine ganze Weile und freue mich immer, wenn es einen neuen Blogeintrag von dir gibt! Du berichtest wirklich klasse über Japan, so dass man richtig Fernweh bekommt. Vor allem dieser Post über Kyoto gefällt mir sehr, da ich für Herbst 2013 auch ein Work-und-Travel-Jahr in Japan plane und dazu nach Kyoto will. Daher hat mir dieser Post wirklich gefallen – mach weiter so! Liebe Grüße, Caro 🙂

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