Tokyo areas: Asakusa

| 27. Mai 2012 | 0 Kommentare

Der Stadtteil Asakusa in Tokyo ist sehr bekannt und definitiv in jedem Rundreise Programm enthalten! Hier gibt es besonders für Touristen so einiges zu sehen!

Fährt man die Ginza Line ganz bis zum „Ende“ und steigt die Treppen der Asakusa Station hinauf, landet man auf einer Straße, die zunächst einmal an Kyoto erinnert. Die vielen Touristenläden, der überdachte Bürgersteig und viele Menschen, vor allem Ausländer. Die Atmosphäre hier ist im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen in Tokyo mehr typisch Japanisch. So, wie man es sich eben vorstellt.

Zum einen befindet sich hier der Sumida River, auf dem man Bootstouren machen kann. Ich habe das vor zwei Jahren mal gemacht und fand es eigentlich ganz nett, da man eigentlich alles sehen konnte, das dort an Gebäuden interessant ist. Ein wunderbares Panorama bietet der gerade eröffnete Tokyo Skytree, der von hier aus nicht zu übersehen ist. Das größte Gebäude in Japan und das und mit einer Höhe von 634 Metern neben dem Canton Tower und dem Burj Khalifa der größte Turm der Welt. Vor fünf Tagen, am 22.Mai.2012, wurde der Tower zur Besichtigung eröffnet. Eine Fahrt hinauf kostet ca. 3,000 Yen (30 Euro) und für die nächsten drei Wochen sind die Tickets für die Aussichtsplatzform erst einmal ausverkauft.

 

 

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das ‚Asahi Flame Building‘. Auf diesem modern designten Gebäude befindet sich ein goldenes Gebilde, das die Flamme der Bierbrauerei Asahi darstellen soll. Was genau sich der französische Architekt Philippe Starcke beim Entwurf dieser gigantischen Flamme gedacht hat, weiß eigentlich niemand so genau. Stehen soll sie für die Freiheit und den Liebreiz, den man empfindet, wenn man ein Glas Asahi Bier trinkt. Viele Japaner machen sich über das Gebäude lustig und nennen die Flamme liebevoll „Shit“, was nicht böse gemeint ist, sondern sich einfach auf ihre Form bezieht. Mich persönlich erinnert die Flamme eher an eine Kartoffel, eine goldene Süßkartoffel.

In der anderen Richtung befindet sich wohl das, weshalb die meisten Leute nach Asakusa kommen –der Senjo-ji Tempel. Das Besondere an diesem Tempel ist, dass man auf dem Weg zu ihm an ganz vielen Souvenirshops vorbei kommt, in denen man traditionell japanische Dinge kaufen kann. Dieser Weg nennt sich „Nakamise“ und wer ein Souvenir für die Liebsten zuhause sucht, ist hier genau richtig! Es gibt Fächer, Kimonos, Perücken, verrückte Masken, japanisches Gebäck in süß und salzig, Haaraccessoires und noch vieles mehr! Es ist sehr schwer hier einen Überblick zu behalten und eine Auswahl zu treffen, denn man kann ja nicht alles kaufen und schon einmal gar nicht alles essen. Ich empfehle euch, wenn ihr vor dem ersten Tor des Tempels, also noch „draußen“, auf der Straße steht, haltet euch ganz links und geht recht weit bis nach hinten durch. Dort befindet sich ein Stand mich ganz frischen Mochi (japanische Reiskuchen) und es gibt sie in den verschiedensten Geschmacksrichtungen! Von grüner Tee bis Süßkartoffel, etwas typisch Japanisches aber auch andere Geschmäcker, wie Banane oder Vanille waren zu finden. Da ich den Geschmack von grünem Tee liebe, habe ich einen solchen Mochi genommen, der mit 170 Yen pro Stück zwar nicht gerade günstig war aber wunderbar geschmeckt hat!

 

 

Mit dem Mochi in der Hand kann es dann weiter gehen, durch das zweite Tor vor dem Tempel und auf den großen Platz davor. Links und rechts findet man hier wieder kleine Läden, in denen Glücksbringer oder Future-Teller verkauft werden. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den riesigen roten Tempel, der in diesem Moment einfach nur wahnsinnig beeindruckend wirkt. Mitten auf dem Platz befindet sich außerdem ein überdachter Ort, an dem Räucherstäbchen verbrannt werden. Man erkennt ihn gleich daran, dass alle Menschen davor stehen und sich den Rauch zuwehen. Es wird gesagt, dass der Rauch bei jeglicher Art von Schmerzen hilft. Wenn ich also Kopfschmerzen habe, wehe ich mir den wohlduftenden Rauch mit den Händen zu meinem Kopf. Bei Schmerzen am Fuß wehe ich ihn symbolisch die Beine herunter, usw. Das ist irgendwie eine nette Tradition, finde ich und wer weiß, wenn man daran glaubt, klappt es vielleicht sogar! ;D

Nun heißt es die Treppen des Tempels hinauf zu gehen und ihn von innen zu erkunden. Hier sind meist sehr viele Leute unterwegs und während man in der Schlange steht, um einen Blick auf die Schätze des Tempels zu erhaschen, kann man schon einmal sein Geld herausholen, denn das wird anschließend als Opfergabe in eine Truhe geworfen. In einer bestimmten Reihenfolge wird nun geklatscht und gebetet. Macht es einfach euren japanischen Mitmenschen nach!

Neben dem Tempel befindet sich auch noch ein recht kleiner Schrein, den man ebenfalls besichtigen kann. Als ich dort war wurde ihm die Show allerdings von einem kleinen Affen gestohlen, der auf dem Hof des Schreins Kunststücke vorgeführt hat.

 

 

Spätestens aber zum Sanja Matsuri, dem größten Schrein Fest in Tokyo, erstrahlt die Wichtigkeit des Schreins wieder in vollem Glanz! Das Fest findet immer im Mai statt und ich hatte das Glück bei der diesjährigen Feier, die gleichzeitig auch noch die 700 Jahrfeier war, dabei sein zu dürfen. Bei dem Fest werden die drei Geister des Schreins hinaus geholt und einmal durch ganz Asakusa getragen. Ein Spektakel, das sich viele ansehen, denn die Geister befinden sich auch schweren Sänften, die gleichzeitig von vielen Männern getragen werden. Das Fest findet drei Tage lang, von Freitag bis Sonntag statt. Die ganze Zeit über gibt es rund um den Schrein und den Tempel ganz viele Stände mit Essen, wie es für ein japanisches Fest typisch ist. Hier kann man sich einmal durch die japanische Küche probieren und das macht riesen Spaß! Als wird dort waren, haben wir fast alles einmal probiert. Es ging los mit Takoyaki (Tintenfischbällchen), dann kamen frische Mochi und in Schokolade getauchte Bananen. Es gab dort aber auch gebratene Nudeln, Okonomiyaki (japanischer Pfannkuchen), Yakitori (Hähnchenfleischspieße), gesalzene Süßkartoffeln und ganz viel Eis und andere Süßigkeiten. Bubble Tea durfte natürlich auch nicht fehlen und wurde witziger und seltsamer Weise in riesigen Nuckel Flaschen verkauft. Da wir am Sonntag da waren, versammelten wir uns ebenfalls mit den anderen, um die Rückkehr der Geister zu beobachten. Jeder Geist hat seine ganz eigene kleine Zeremonie bekommen. Der Weg zum Schrein wurde zunächst gereinigt, dann kamen Laternenträger und darauf folgten Musik und der Geist in seiner goldenen Sänfte. Mit dramatischen Trommelklängen wurde er zurück an seinen Platz gebracht und wird dort nun bis zum nächsten Jahr verweilen. Das Fest hat mir gut gefallen. Ich muss sagen, ich liebe japanische Festlichkeiten, da man da einmal so richtig die Kultur nahe gebracht bekommt.  Irgendwie ist das aufregend und toll. Vor allem für Leute, die nur eine kurze Japanreise machen ist das sicherlich ein unvergessliches Erlebnis!

Aber in Asakusa gibt es noch mehr zu sehen! Da es das älteste Geisha Viertel in Tokyo ist, findet man hier auch noch einige traditionell japanische Häuser und  viele Restaurants im japanischen Stil. Wir waren dort in einem sehr guten Restaurant, das zwar klein war aber sehr gutes Essen bot. Diese Restaurants sind nicht ganz so günstig aber es lohnt sich sehr, denn es gibt fast nichts Besseres als richtig gutes japanisches Essen! Die Auswahl an Restaurants ist groß aber ich bin sicher, dass jedes so seinen eigenen Charme hat.

Eine Sache, die man in Asakusa machen kann ist das Rikscha Fahren. Normalerweise würde ich nie auf die Idee kommen eine Rikscha zu besteigen und mich von einem japanischen Studenten durch die Gegen ziehen zu lassen aber das ist der Vorteil, wenn man mit Japanern unterwegs ist – sie schlagen einem immer total interessante Dinge und Aktivitäten vor! Am Rande der großen und befahrenen Straße in Asakusa, gleich neben den Souvenirläden, die edel verpackte Süßwaren und allerhand andere Dinge anbieten, stehen die Rikscha Fahrer mit ihren Wägelchen. Die Eltern einer japanischen Freundin fanden das für uns eine gute Idee und so spendierten sie uns zwei Deutschen und ihren Töchtern eine zehnminutige Fahrt durch Asakusa. Das Lustige hier war, dass, als man mitbekam, dass wir aus Deutschland kamen sogleich einen Japaner herholte, der Deutsch konnte, um uns alles erklären zu können. Überraschenderweise war das ein junger Halbjapaner aus Bonn, der zum Studieren in Tokyo war und perfekt Deutsch sprach. Wir nahmen in der Rikscha Platz (jeweils zu zweit), er zog uns durch die Gegend und unterhielt sich dabei mit uns. Ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, wie schwer zwei Leute in einem solchen Wagen sind!

Das war ein total schönes Erlebnis, weil die Rikscha zum einen wirklich wahnsinnig bequem war und man so nah am Geschehen sein konnte, ohne sich selbst nur ein Stückchen bewegen zu müssen. (Wer meinen Blog regelmäßig liest, der weiß, dass ich nicht gerade Fußfaul bin.) Außerdem befanden wir uns so mitten auf der Straße zwischen den Autos und das auch noch mit Erlaubnis. Wir haben für 10 Minuten ein paar interessante Einblicke gewonnen und der nette Herr hat uns auch noch einige interessante Dinge erzählt.

Der Stadtteil Asakusa ist natürlich ein absolutes Touristenviertel und somit kein Geheimtipp. Ich habe auf meiner diesmaligen Reise zwei Tage dort verbracht, die sehr ereignisreich und schön waren! Wenn man in Tokyo ist, sollte man sich Asakusa definitiv nicht entgehen lassen! Es hat ganz viel mit japanischer Kultur und Tradition und auch mit japanischem Altertum zu tun und genau das macht es natürlich für viele interessant. Das sind Dinge, die es nicht mehr allzu häufig in Japan zu finden gibt, da das Land immer mehr modernisiert und da im zweiten Weltkrieg so viel von den alten Gebäuden (gerade in Tokyo) zerstört worden ist.

Wann immer man die Möglichkeit hat so etwas zusammen mit einheimischen Japanern zu unternehmen, sollte man die Chance nutzen, denn das macht die Erfahrung zu einer ganz anderen und auch zu einer wahreren irgendwie. Hier erfährt man aus erster Hand was all die Dinge bedeuten, die man hier sieht und mit denen man natürlich erst einmal nicht so viel anfangen kann. Japaner sind sehr geduldig im Erklären und man kann gerne so viele Fragen stellen, wie man möchte. Sie haben so viel Spaß daran einem die Dinge zu zeigen, das macht sie zu so liebenswürdigen Menschen!

Japanische Kultur in Asakusa in Verbindung mit richtig gutem japanischen Essen und netten Japanern, die einem all das nahe bringen wollen – die perfekte Mischung für einen ganz besonderen Tag, sogar in einem Stadtviertel, das eigentlich in jedem Reiseführer steht.

(Info: Ich bin nicht so der Fan von diesen Pauschalreisetouren. Ich möchte mir gerne unabhängig Dinge anschauen und selbst Sachen entdecken, wenn ich unterwegs bin. Natürlich lese ich auch immer fleißig Empfehlungen aus Reiseführern oder im Internet aber am liebsten weiche ich von Norm ab und suche mir etwas Eigenes. So kreiert man seine ganz eigene Stadt, in diesem Fall sein eigenes Tokyo, mit individuellen Fotos und Erinnerungen, die nicht jeder hat. Für mich macht das eine Reise besonders und es macht mir einfach Spaß auf Entdeckungstour zu gehen und zu sehen wohin mich mein Weg so führen wird. Nicht alles kann man selber finden, daher kann man auch mal das Internet zur Hilfe nehmen. Google Eingaben wie „Secret Places Tokyo“ finde ich sehr spannend und hilfreich! ;D)

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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