Völlig planlos durchorganisiert!

| 9. Januar 2013 | 0 Kommentare

Das Abenteuer Japan beginnt. Genau genommen bin ich sogar schon ein paar Tage im Land. Aber da ich in der letzten Zeit vor der Abreise ohne Internet war, möchte ich erstmal noch einen Artikel über das Packen für die große Reise schreiben – eben das organisierte Chaos, das man bewältigen muss. 🙂

Sobald ihr das Visum und alles Nötige gebucht habt, habt ihr das Schlimmste überstanden. Wirklich? Nicht direkt, denn ein paar Wochen vor Abflug gibt es plötzlich doch nochmal tausend Dinge zu erledigen. Zumindest ging es mir so, aber da ich bestimmt kein Einzelfall bin, will ich im Folgenden ein paar Tipps zum Kofferpacken etc. teilen.

Wahrscheinlich habt ihr erstmal vorrangig Sachen FÜR Japan geregelt – Versicherungen abgeschlossen, Unterkünfte gebucht, was eben so anfällt. Nicht vergessen darf man aber, dass es auch in Deutschland noch einiges zu tun gibt. Besonders wichtig ist sicherlich, den Verbleib eurer ankommenden Post zu regeln und wichtige Unterlagen zu sammeln.

Bei den meisten liegt es wahrscheinlich nahe, die deutsche Post bei den Eltern oder anderen Verwandten ankommen zu lassen. Bei mir landet alles bei meiner Mutter, die die Erlaubnis hat, jeden Brief zu öffnen – so erfahre ich sofort, wenn etwas Wichtiges geregelt werden muss. Ich habe außerdem eine Mappe angelegt mit Kopien sämtlicher Reiseunterlagen und anderer wichtiger Dokumente, die ebenfalls an meine Mutter ging. Im Notfall hat man dann jemanden, der alles Wichtige beisammen hat und ggf. handeln kann. Außerdem waren mir Kontovollmachten wichtig, da ich schon einmal schlechte Erfahrungen während eines Auslandsaufenthaltes mit meiner deutschen Bank gemacht habe. Wenn etwas passiert, kann mit einer Vollmacht eine vertraute Person direkt in Deutschland handeln, was sicher vieles erleichtert. Gerade aus Japan hat man sonst nicht nur mit der Entfernung, sondern auch mit einer deutlichen Zeitdifferenz zu kämpfen. Diese „Jobs“ sollte natürlich nur eine verantwortungsbewusste Person übernehmen. 🙂

Für den ein oder anderen mag es außerdem nötig sein, sich von verschiedenen Verträgen abzumelden, wie Strom, GEZ, Telefon, Sportvereine etc. Unbedingt sollte man sich auch darüber informieren, wie man in Japan an sein Geld kommt. Gebühren, wenn man mit deutschen Geldkarten an ausländischen Automaten Geld abhebt, sind nicht gerade gering. Viele Banken haben aber besondere Angebote für Auslandsreisen, wie zum Beispiel Partnerkreditinstitute vor Ort oder kostenloses Geld abheben mit speziellen Kreditkarten. In Bezug auf Japan wird auch oft die citi-Bank genannt, die hier selbst vertreten ist. Da bei diesen Dingen im Regelfall eine Kündigungsfrist bzw. Bearbeitungszeit zu beachten ist, sollte man damit aber nicht bis kurz vor Abflug warten!

Wer voraus denkt bzw. auf Nummer sicher gehen will, legt sich auch schon einmal ein kleines Startguthaben in Yen zu. Geld wechseln kann man theoretisch bei jeder Bank, oft ist es bei der eigenen kostenlos, muss aber nicht sein – dann lohnt sich ein Gebührenvergleich. In ein paar Tagen solltet ihr euer Geld haben. (Und mit mehreren Tausendernoten in der Tasche fühlt man sich doch auch gleich viel besser.)

Eine andere Sache, die durchaus kurzfristig geregelt werden kann, ist das Abmelden von der inländischen Krankenversicherung. Für euren Auslandsaufenthalt müsst ihr im Regelfall eine andere Versicherung in Anspruch nehmen und Doppelversicherungen sind eigentlich überflüssig, liegen aber natürlich im eigenen Ermessen. Eine andere Möglichkeit ist, die inländische Krankenversicherung auf Anwartschaft umzustellen – somit verringern sich die Beiträge, man hat aber die Garantie, nach seinem Auslandsaufenthalt wieder in die gleiche Versicherung aufgenommen zu werden. (Laut Statistik ist diese Option aber eher empfehlenswert für ältere Menschen, da diese in der Regel krankheitsanfälliger sind und somit Beschwerden entwickeln können, die für die Versicherung später zum Ausschlusskriterium werden.)

Manch einer möchte/muss vielleicht auch seinen deutschen Wohnsitz komplett abmelden. Das ist an sich kein großer Aufwand, man muss aber je nach Stadt durchaus Wartezeit mitbringen.

Etwas Schönes zum Schluss: Sicher möchtet ihr eine Abschiedsfeier geben. Meine Empfehlung ist, diese schon bei Zeiten zu organisieren – zum einen, damit sich alle den Termin freihalten. Zum anderen damit es für euch nicht in Stress ausartet, weil noch sooo viele andere Dinge getan werden müssen. 🙂

Das war jetzt noch einmal ein bisschen organisatorischer Aufwand, jetzt geht es um die praktischen Dinge – das Kofferpacken! Bevor man damit startet, sollte man sich unbedingt informieren, wie viele Gepäckstücke zu wie viel Gewicht bei der gebuchten Airline erlaubt sind. Auch das zugelassene Handgepäck kann variieren. Bei einem Langstreckenflug hat man aber eigentlich keine Probleme, seine Sachen gewichtstechnisch unterzukriegen – schließlich muss man am Ende auch noch alles tragen können.

Aber was gehört in den Koffer? Neben den üblichen Sachen wie Kleidung und Kulturartikeln sind bei einer so langen Reise noch andere Dinge wichtig:

Sicherlich nehm ihr elektronische Geräte mit (Laptop, Handy usw.) – dafür unbedingt im Voraus entsprechende Steckdosenadapter kaufen! Mir wurde in einem namhaften Elektrogroßunternehmen ein Adapter als passend verkauft, mit dem ich hier aber leider gar nichts anfangen kann, und nun steh ich da und suche einen Laden, der mir so etwas verkaufen kann. (Tipp: Die Steckdosen in Japan haben zwei schmale Schlitze als Öffnung, wie in den USA.) Eventuell müsst ihr auch darauf achten, dass eure Geräte für die hier herrschenden Voltzahlen ausgelegt sind – alle neueren Geräte laufen aber unter großer Spannweite und sind somit auch für Gegebenheiten im Ausland ausgelegt und passen sich selbst an. Je nachdem, wo ihr unterkommt, kann auch ein LAN-Kabel für den Internetzugang nützlich sein.

Wer des Japanischen noch nicht so mächtig ist, ist sicher schon selbst darauf gekommen: Ein Wörterbuch kann nicht schaden. Die Auswahl ist mittlerweile auch in Deutschland recht groß geworden.

Gegen Heimweh helfen übrigens Fotos von den Lieben daheim oder andere Andenken. 🙂

Wer regelmäßig auf Medikamente angewiesen ist, sollte sich dringend einen Jahresvorrat direkt mitnehmen, damit man nicht im fremden Land auf Alternativpräparate umsteigen muss, die wohlmöglich gar nicht die exakt gleiche Wirkung haben. Wenn ihr euren Ärzten eure Pläne schildert, sind die nötigen Rezepte kein Problem mehr. Je nach Belieben bietet sich auch eine mehr oder weniger umfangreiche Reiseapotheke an. Meine wurde von einer guten Freundin, ihres Zeichens PTA, zusammengestellt und enthält unter anderem Schmerztabletten, Pflaster und Mittel gegen Allergien, Sonnenbrand, Insektenstiche und andere Wehwehchen. (Tipp: Verhütungsmittel wie die Antibabypille sollen in Japan schwer zu bekommen sein, sagen verschiedene Reiseführer und andere Ratgeber.)

Im Handgepäck solltet ihr unbedingt etwas zum Schreiben verstauen, da man an Bord Karten zur Einreise ausfüllen muss! (Aber bitte nicht den Fehler machen, die Schere im Etui zu lassen, die seht ihr nämlich nicht wieder…)

Auf keinen Fall fehlen darf natürlich ein Fotoapparat – unbedingt auch an genügend große Speicherkarten oder andere Speichermöglichkeiten denken. Ihr werdet sicher viel zu fotografieren haben! 🙂 Vielleicht wollt ihr auch ein handschriftliches Reisetagebuch schreiben, so etwas findet man aber auch vor Ort.

Ich habe außerdem noch ein Vorhängeschloss im Gepäck, falls so eines mal nötig ist, um beim Umherreisen Schränke zu verschließen. Ob ich es brauchen werde, wird sich zeigen. 😉

Davon abgesehen, wird auch das übliche Gepäck sicher umfangreicher ausfallen, muss man doch für bis zu ein Jahr im Voraus packen und für alle Jahreszeiten und Anlässe mit Kleidung und Schuhen ausgestattet sein.

Das allerwichtigste Utensil ist und bleibt aber euer Reisepass! Ebenfalls vorhanden sein müssen ein internationaler Impfpass, Giro-/Kreditkarte(n), der Krankenversicherungsschein, nicht zu vergessen das Flugticket und bei Bedarf der Führerschein. Soweit ich weiß, kann man damit direkt in Japan gegen Gebühr eine in Japan gültige Fahrerlaubnis bekommen. Vielleicht machen auch Zeugniskopien (wenigstens in Englisch) Sinn, wenn ihr in Japan arbeiten wollt. Ich habe welche dabei, wenn ich sie brauche, werde ich davon berichten. 😉

Das sollte nun alles sein. Interessant ist vielleicht noch, wie man sein Hab und Gut auf die Reise schickt. Ich durfte zwei Gepäckstücke mitnehmen. Gerne wäre ich wegen des Gewichts nur mit einem ausgekommen, das ist aber absolut utopisch, wenn man nicht völlig minimalistisch veranlagt ist! Daher habe ich mich für einen großen Koffer entschieden und dazu einen Trekking-Rucksack mit ordentlich Volumen. Die Dinger lassen sich prima tragen, was sich besonders bemerkbar macht, wenn der Koffer mal wieder eine Treppe rauf oder runter gehoben werden muss.

…Wer es sich bequem machen möchte, lässt sein Gepäck zu Hause abholen und bis nach Japan vor die Tür transportieren. Da muss ein bisschen was gebucht werden (bei den Airlines) und es kostet natürlich mehr, als wenn man selbst zum Packesel wird. Ich war dafür ehrlich gesagt zu geizig. 😉

Eine Anmerkung zum Schluss: Aufregung ist völlig normal und vielleicht auch der Gedanke „Oh Gott, das schaffe ich nie!“ – aber irgendwie wird das schön, man kriegt es hin und plötzlich steht man in seinem Traumland am Flughafen…

Mit dem nächsten Beitrag beginnt dann meine eigentliche Reise und ich werde vorrangig über meine Erlebnisse und Eindrücke, aber auch Schwierigkeiten hier in Japan berichten. Ich hoffe, ihr bleibt dabei! Post-Wünsche und Fragen könnt ihr weiterhin per E-Mail oder hier direkt als Kommentar schreiben. Ich versuche, so schnell wie möglich zu antworten. 🙂

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Kategorie: Allgemein, Katharinas Reiseblog

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Kommentare (0)

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  1. Geeske sagt:

    Ich bin froh auf deinem Blog gestoßen zu sein. Ich habe nach dem Abitur auch vor nach Japan zu gehen um ein W&T Jahr zu machen.
    Ich freue mich über deine weiteren Posts und wünsch dir sehr viel Spaß in japan 🙂

  2. Pascal sagt:

    Hi,

    sehr schön geschrieben! Ich bin sehr froh auf meiner Suche nach Erfahrungsberichten über W&T in Japan auf deinen Blog gestoßen zu sein. Auf jeden Fall werde ich ihn weiter verfolgen und nebenbei Japanisch lernen, sodass ich nach meinem Studium auch so eine Reise antreten kann. 🙂

    Wenn es dir nicht zu sehr in deine Privatspähre eingreift würde ich mich über Bilder von deiner Reise freuen.

    Viel Spaß noch in Japan!

    • Katharina sagt:

      Bilder werden natürlich noch kommen – das bot sich bisher nur nicht so an bzw. soo viele habe ich auch noch gar nicht. 😉
      Ich wünsche dir viel Erfolg beim Japanischlernen! 🙂

  3. Moni sagt:

    Weiterhin viel Erfolg und vor allem Spaß in Japan! 🙂

  4. Änna sagt:

    Sehr schöner Beitrag und dadurch sind mir auch gleich ein paar Dinge aufgefallen, die ich mir aufschreiben musste. Für mich geht es mit ein bisschen Glück nämlich im August für ein halbes Jahr nach Süd Korea. Ich freue mich schon riesig und hoffe dass es auch wirklich klappt. Nur der hohe organisatorische Aufwand schreckt ein wenig ab, aber da stecke ich schon mitten drin, also gibt es jetzt eh kein Zurück mehr 🙂

    Dir wünsche ich ganz viel Spaß in Japan!!!!

    • Katharina sagt:

      Danke dir! Ich drücke dir die Daumen, dass sich dein Traum von Korea im August erfüllt! Es gibt wirklich wahnsinnig viel zu organisieren, aber es lohnt sich bestimmt! 🙂

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