Sushi 寿司

| 2. Februar 2012 | 0 Kommentare

Jeder kennt es und jeder, der sich für Japan interessiert, hat es schon einmal gegessen. Es ist wohl die berühmteste Speise, die im Westen aus Japan übernommen wurde: Sushi.
Sushi in Deutschland
Gutes Sushi ist in Deutschland relativ schwer zu bekommen. Das weiß man, wenn man schon einmal Sushi in Japan gegessen hat. Auch in meiner Kleinstadt gibt es eine kleine Imbissbude, die sich „Sushibar“ schimpft, allerdings keinen rohen Fisch anbietet. Die Makirollen dort schmecken nicht schlecht, sind aber eben nicht wirklich das, was man unter wahrem Sushi versteht.
In Großstädten findet man schon eher mal eine Sushibar, die, wenn man Glück hat auch von Japanern betrieben wird. Dort bekommt man dann noch das beste Sushi in Deutschland. Neben den Restaurants in Düsseldorf kann ich auch das japanische Restaurant Goko in Berlin am Hackeschen Markt empfehlen.
Sushi in Japan

California Rolls

Hier bekommt man Sushi eigentlich überall. Es gibt wahnsinnig viele Sushibars, auch die mit den typischen Drehbändern und auch in fast jedem japanischen Restaurant wird Sushi angeboten. Hier schmeckt das Sushi auch einfach genial – viel besser, als in Deutschland. Gerade in Fukuoka ist der Fisch besonders frisch, da die Stadt direkt am Meer liegt. Besonders schön an den Sushibars hier, man kann immer seine Wünsche äußern und dann wird das Wunschsushi direkt frisch für einen zubereitet. Es gibt verschiedene Formen von Sushi, das bekannteste ist wohl das Nigiri-Sushi. Hier wird der Reis zu einer etwas länglich geformten Rolle gedrückt und mit Fisch oder etwas anderem belegt. Dann gibt es noch das Maki-sushi, das sicherlich auch jeder schon einmal gesehen hat. Mit einer Bambusrolle wird hier der Reis in ein Algenblatt gerollt und man hat immer noch eine Füllung, zum Beispiel Gurke, Avocado, Thunfisch oder Lachs. Eine weitere wunderbare Sushisorte ist das Inari-sushi. Hier wird der Reis in eingelegten Tofu gewickelt und es schmeckt wirklich wahnsinnig gut!
Alles in allem kann ich euch wirklich nur ans Herz legen hier in Japan Sushi essen zu gehen. Es gibt kleine Bars, in denen das Sushi sehr günstig ist aber auch teure Restaurants und die lohnen sich tatsächlich! Als meine Mama mich hier in Fukuoka besucht hat, waren wir in der Hilton Sky bar Sushi essen. Das war natürlich nicht ganz billig aber das Sushi war definitiv das Beste, das ich hier bisher gegessen habe.

Dazu gibt es auch noch eine kleine lustige Geschichte, ich nenne sie „Das sechzehn- Euro- Sushistück“
Meine Mutter und ich saßen also in der Hilton Sky Bar und hatten bei dem netten Japaner hinter der Theke vier verschiedene Arten von Sushi bestellt. Wir hatten relativ bunt gemischt, denn unter den vielen Bezeichnungen konnte ich gerade mal zwei als mir bekannt identifizieren. Somit zeigte ich einfach auf verschiedene Gerichte und bestellte blind. Wir unterhielten uns, schauten auf die Lichter der Stadt und schauten zu, wie hinter der Theke unser Sushi zubereitet wurde. Schnell kamen unsere California rolls und wir verspeisten sie mit großer Freude. Auch das Kappa Maki war recht schnell fertig, sodass wir uns fröhlich weiter unterhielten und dabei vergaßen wie viel Sushi wir überhaupt bestellt hatten. Wir warteten also auf den letzten Teller Sushi. Das musste etwas ziemlich leckeres sein, denn das war der Teller für 16 Euro. Sehr verwundert waren wir, als uns dann ein einzelnes Stück Sushi auf den Tisch gestellt wurde. Andächtig betrachteten wir das sechzehn-Euro-Sushistück. Es sah recht simpel aus. Reis zu einer länglichen Wurst geformt und darauf ein Stück Fisch. Schweigen. Keiner von uns beiden verstand was daran jetzt so besonders war und warum diese Reiswurst mit einem Stückchen Fisch darauf 16 Euro kosten sollte. Amüsiert sahen wir uns an. „Iss Du das, Mama“, sagte ich, „Ich kann den Geschmack von Fisch ohnehin nicht wirklich auseinander halten“. Für mich war es klar, dass dies ein ganz besonderer Fisch sein musste. Nicht, dass ich mich mit Fisch auskennen würde aber dieses Ministück kostete immerhin 16 Euro. Meine Mutter war sich nicht sicher. „Mach Mama, ich bin eh satt“, gab ich einen weiteren Anstoß. Andächtig nahm sie das Sushistück mit den Stäbchen auf und führte es langsam zum Mund. „Warte!“, rief ich und zückte meine Kamera, „Dieser Moment muss festgehalten werden, es ist einfach zu lustig!“. Nachdem ich nun also ein Foto von meiner Mutter und dem sechzehn- Euro -Sushistück gemacht hatte, verspeiste sie es mit großem Genuss und betonte wie besonders gut dieser Fisch doch schmeckte. Ein wirklich teures Stück Sushi aber definitiv seinen Preis wert. Ich meine, wir saßen ja auch ganz oben im Hilton und hatten einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Immer noch amüsiert unterhielten wir uns, als auf einmal ein weiterer Teller Sushi auf unseren Tisch gestellt wurde. Acht große Rollen mit irgendetwas gefüllt. Moment mal. Ein erneuter Blick auf die Karte. DAS hier war der Teller für 16 Euro. Aber was war dann das, das meine Mutter so hochlobend verspeist hatte? Die Wahrheit war schockierend, aber dennoch höchst amüsant – es handelte sich um einfachen, rohen Thunfisch auf Reis. Thunfisch. Roh schmeckt der scheinbar ganz anders, denn den Geschmack von Thunfisch zu identifizieren traue ich eigentlich jedem zu. Wir waren etwas peinlich berührt, denn wir waren auf einen ganz alten Trick herein gefallen. Mach dass es teuer aussieht, dann hält jeder es für gut und besonders.
Im Nachhinein haben wir herzlich über diesen Abend gelacht und ich bin in der Tat froh, dass wir uns selber solch einen Streich gespielt haben, denn die Entdeckung, dass es sich lediglich um Thunfisch handelte, war einfach zu göttlich lustig. Meine Mutter fand das Sushistück im Nachhinein übrigens immer noch sehr lecker!

Das „16 Euro Sushi Stück“

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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