Willkommen in Tokyo

| 2. Mai 2012 | 0 Kommentare

Tokyo, 2.30 Uhr in der Früh und ich liege hellwach in meinem Bett. So ging es mir die letzte Nacht, denn obwohl ich den ganzen Tag über eigentlich sehr gut durchgehalten hatte, fiel ich um 20 Uhr in die Federn. Viel zu früh natürlich und somit war ich mitten in der Nacht wieder wach. Willkommen in Tokyo, Willkommen zu deinem ersten richtigen Jetlag. Normalerweise weiß ich diesen ja immer gut zu vermeiden, aber diesmal bin ich leider irgendwie hinein geraten und bin deshalb ein wenig neben der Spur. Ich war ja schon um 9 Uhr morgens in Tokyo angekommen und musste so den ganzen Tag wach bleiben, um irgendwie in den Rhythmus zu kommen. Einigermaßen hat es auch geklappt, denn ich habe es irgendwie geschafft bis ca. 7 Uhr heute Morgen im Bett liegen zu bleiben. Jetzt ist es 12 Uhr nachmittags und ich bin schon wieder ziemlich müde.

 

 


Dafür habe ich allerdings auch schon einiges gesehen und erlebt. Nachdem ich in meinem Gasthaus angekommen war, geduscht und all meine Sachen aus dem Koffer gepackt hatte, habe ich mich direkt mit einer Freundin in Harajuku getroffen. Zusammen haben wir uns den Meji Schrein angeschaut und sind anschließend noch durch Shibuya gelaufen, was total spannend und toll war! Es sind dort unglaublich viele Leute unterwegs und vor vielen Läden stehen Leute an. Eine ganz lange Schlange war vor einem Hawaii Restaurant, aber auch vor Ben & Jerry’s und vor dem berühmtesten und erfolgreichsten Starbucks der Welt, direkt an der großen Kreuzung in Shibuya. Abends fahren LKWs durch die Stadt, die Werbung für irgendwelche Musik Stars machen. Bedruckt mit den Gesichtern der Idole fahren sie Musik schallernt durch die Straßen Shibuyas und erregen so natürlich eine Menge Aufmerksamkeit.
Generell pulsiert die Stadt Tokyo – wie hätte man es auch anders erwartet? Hier sind schon viele Menschen, zählt man die Außenbezirke dazu sind es sogar 35 Millionen, eine Zahl, die kaum vorstellbar ist. An so zentralen Orten, wie Shibuya merkt man das natürlich dann schon mal aber wenn man wieder in die kleinen Straßen kommt, wo einfach nur Leute wohnen und nicht so viele Geschäfte und all so etwas sind, fühlt man sich eigentlich wieder recht normal.
Für mich ist das Gefühl hier natürlich erst einmal anders, als in Fukuoka. Diesmal musste ich alles alleine regeln. Unterkunft buchen, irgendwie von dem Flughafen in Narita, der ca. eine Stunde weit weg liegt, in die Stadt kommen. Das Büro finden, den Vertrag für das Zimmer unterschreiben, das Haus finden, in dem ich wohnen soll und das alles mit einem gigantischen Koffer. Jetzt bin ich einfach nur froh, dass ich hier bin und dass es schon so viel zu tun gibt für mich!
Tokyo ist natürlich voll von interessanten Dingen, die sehenswert sind. Shibuya habe ich nun gestern schon gesehen, heute werde ich vielleicht mal nach Asakusa fahren, wo gerade der neue Sky Tower eröffnet wurde. Glücklicherweise kenne ich hier ja auch ein paar Leute, mit denen ich mich treffen kann und somit wird es schon mal nicht langweilig. Ich bin mir auch sicher, dass es hier nicht sehr schwer ist andere Leute kennen zu lernen. Und dann habe ich ja auch noch meine House mates.
Eine weitere Sache ist, dass ich mich hier in Japan wahnsinnig ausgeglichen fühle. Selbst in so einer riesigen Stadt, voller Menschen liegt irgendetwas in der Luft, das mich innerlich ganz ruhig werden lässt. Das ist der japanische Spirit vielleicht. Auch fühle ich mich hier geduldiger. Das ist etwas, das ich zum Glück aus Japan auch mit nach Deutschland genommen habe. Ich war vorher ein sehr ungeduldiger Mensch. Seit ich einige Zeit in Japan verbracht habe, finde ich es total okay irgendwo zu warten, sei es für Stunden. Man lernt bestimmte Dinge einfach zu akzeptieren und bleibt ganz ruhig, ohne sich über irgendetwas aufzuregen. Das ist eine sehr schöne Sache, wie ich finde und hat meiner Meinung nach sehr viel mit der japanischen Mentalität zu tun, die ja ohnehin dafür bekannt ist sehr ausgeglichen und geduldig zu sein. Möglicherweise beruht das Ganze aber auch einfach auf der Manier einfach den Regeln zu folgen. Man meckert halt nicht, weil es sich nicht gehört und ebenso wenig schickt es sich ungeduldig und damit auffällig zu sein. Manchmal finde ich die ganzen Regeln hier nicht wirklich notwendig aber in diesem Fall ist es eine sehr angenehme Sache, die das Zusammenleben von so vielen Menschen auf einem Fleck erst möglich macht. Es ist schön, dass hier niemand herum pöbelt oder gereizt ist. Alle gehen einfach ihrem Leben nach, sitzen in der Bahn oder in einem Café. Es ist so wahnsinnig interessant das Leben hier zu beobachten! Um noch einmal auf die langen Schlangen vor diversen Geschäften zurück zu kommen – man meint immer die Japaner seien nur am Rennen, dabei nehmen sie sich eigentlich viel Zeit, um zu warten. Ich, als Deutsche, würde mich niemals für Eis in eine so lange Schlange stellen. Die Japaner aber tun es und es stört sie nicht einmal. Ich finde es faszinierend, wie ein Volk so arbeitseifrig und dabei doch so ruhig sein kann. Ein weiterer Unterschied zu Fukuoka ist, dass die Leute hier in einem normalen Schritttempo gehen. In Fukuoka liefen alle unglaublich langsam, sodass es schon fast nervig war, wenn man es mal etwas eilig hatte. Tokyo hingegen ist etwas flotter. Aber auch das langsame Gehen ist etwas, das man von Japan nicht wirklich erwartet. Man denkt eben sie rennen, die Japaner, dabei sind sie eigentlich ganz gemütlich.
Zurzeit ist hier in Japan auch noch die „Golden Week“, die für die Japaner eine Woche Ferien bedeutet. Deshalb ist es hier natürlich auch recht voll im Moment, denn alle wollen etwas unternehmen. Heute und morgen wahrscheinlich auch ist das Wetter allerdings sehr schlecht. Es regnet den ganzen Tag in Strömen und ich habe nicht einmal einen Regenschirm. Das wird also eine der nächsten Anschaffungen hier sein. Es ist leider relativ schwierig sich Tokyo in Ruhe anzuschauen und etwas zu unternehmen, wenn es regnet, denn man wird einfach die ganze Zeit nass. Viele Dinge, die man sich ansehen möchte liegen auch einfach unter freiem Himmel und mein erstes Ziel ist es im Moment eigentlich die Stadt zu erforschen und einfach nur herum zu laufen. Glücklicherweise habe ich mich aber mit einer Freundin treffen können und zusammen sind wir nach Shinjuku gefahren, wo es eine Untergrund Passage gibt, in der man nicht nass wird. Wir haben dann einfach Kaffee getrunken und uns unterhalten, was bei diesem Wetter perfekt war. Nach Shinjuku möchte ich unbedingt noch einmal, um es genau zu erkunden. Es gibt so viele interessante Dinge dort, wie zum Beispiel Parks und Hochhäuser. Ein wenig erinnert es an die Wall Street in New York.

 

 

 
Bisher hatte ich zwei wunderbare Tage hier in Tokyo und habe sehr viel gesehen. Ein paar Themen habe ich ja schon angeschnitten, ich werde über alles aber auch noch einmal ausführlich berichten. Über die Stadtteile natürlich und was es dort zu sehen gibt und generell über Dinge, die man in Tokyo machen kann! Möglicherweise kann ich euch auch von ein paar Geheimtipps berichten, denn ich werde mich mit einigen japanischen Freunden treffen, die mir sicherlich einige Sachen zeigen werden, die nicht in jedem Reiseführer stehen. Hoffen wir, dass das Wetter schnell wieder sonnig und warm wird!
Mein erster Eindruck von Tokyo ist also sehr gut und sehr angenehm. Ich war zwar schon einmal hier für zwei Tage aber das alles hier noch einmal alleine zu erleben und sich hier zurecht finden zu müssen, ist wieder etwas ganz anderes. Ich bin sehr zufrieden nun hier zu sein und freue mich auf den Monat, der sicherlich voller Erlebnisse sein wird, die ich hier mit euch teilen möchte!
Bis dahin, またね!

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Kategorie: Allgemein, Julies Reiseblog

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Kommentare (0)

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  1. Andi sagt:

    Hi,

    ich frage mich, wo du es schon erwähnt hast, wie du dass mit der Übernachtung (bzw. Unterhalt) regelst?^^

    Also eine direkte Frage.. Lohnt es sich eher ein Hotel für 2-4 Wochen zu buchen oder eine Wohnung zu mieten??

    Ich persönlich will mit meinem Bruder im September oder im nächsten Frühjahr nach Tokio reisen und will auch, dass es nicht zu teuer für uns ausfällt.. Wichtig ist für uns, dass wir eine Übernachtungsmöglichkeit haben, weil wir so oder so eher die Kultur und die Tradition kennenlernen wollen. Nagut Party wäre auch nicht schlecht.. =)

    Habe auch ein Club/Diskothek im Netz gefunden, dass in Tokio gut ist.. Der Club heißt Ageha, auch unter der website http://www.ageha.com zu finden.. Die website habe ich angeguckt und der Club ist nicht wirklich teurer als, die Clubs in Deutschland..^^

    Wünsche dir noch eine schöne Zeit in Tokio.

    LG Andi

  2. Caro sagt:

    Ich würde auch sehr gerne Fotos von Tokyo sehen 🙂 Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß und freue mich schon auf weitere Eindrücke aus Japan!

    Das mit den „langsam-laufenden Japanern“ kann ich bestätigen – als mich meine Brieffreundin besuchen kam, hatte ich das Gefühl ich würde ihr die ganze Zeit davon rennen, weil sie viel langsamer gelaufen ist. Gut zu wissen das es nicht an mir lag 😉

  3. straehnchenliesel sagt:

    Ich wünsche dir ganz viel Spaß in Tokyo! 🙂 Genieße die Zeit:)
    Ich würde mich über ein paar Fotos von der Stadt freuen, das wäre schön 🙂

    lg, straehnchenliesel

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